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Viele Handwerksbetriebe stehen unter enormem Preisdruck

25. April 2005

Die wirtschaftliche Lage im Handwerk der Region Heilbronn-Franken hat sich im Frühjahr stabilisiert. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter ihren mehr als 11 000 Mitgliedsbetrieben hervor. Der Konjunkturindikator, der die Stimmung unter den Handwerksbetrieben widerspiegelt, ist zwar im Vergleich zum Winter leicht gefallen, liegt aber mit zwölf Punkten deutlich über dem Vorjahreswert von vier Punkten. In die Zukunft blicken die Handwerksunternehmer mit mehr Zuversicht als vor einem Jahr.

Saisonüblich fällt der Auftragseingang bei vielen Handwerksbetrieben in den ersten Monaten des Jahres geringer aus: 46 Prozent der Befragten berichten von weniger Aufträgen, während nur 25 Prozent mehr Aufträge verbuchten. Dennoch hat sich die Situation damit im Vergleich zum vergangenen Frühjahr insgesamt entspannt. Ein Blick auf den durchschnittlichen Auftragsbestand bestätigt diese Annahme - er ist von 5,7 auf 6,4 Wochen gestiegen. Deutlich erhöht hat sich der Anteil der Unternehmen, deren Auftragsbücher für mehr als zwölf Wochen gefüllt sind: Jeder vierte Betrieb kann somit langfristig planen, während es im Winter und im Vorjahr nur jeder zehnte war. Bei einem Drittel der Betriebe reichen die Aufträge dagegen nur für eine Woche - sie leben von der Hand in den Mund.

"Die Handwerksbetriebe stehen unter einem ungeheuren Preisdruck", kommentiert Kammerpräsident Thilo Bräuninger die aktuelle Situation: "Momentan ist es leider so, dass der billigere Anbieter den Zuschlag erhält." Darunter leide besonders das Bau- und Ausbauhandwerk, das sowohl mit einer Vielzahl von Existenzgründern konfrontiert ist, als auch mit einer immer stärkeren Konkurrenz aus dem Ausland. Bräuninger: "Neubauten werden bei uns von ausländischen Bautrupps gemacht, den etablierten Betrieben bleiben hauptsächlich Renovierungs- und Umbauarbeiten".

Wer Aufträge will, muss billig anbieten. So lautet das Motto vieler Verbraucher. Der Kammerpräsident sieht im Preisdruck, der auf den Betrieben lastet die Hauptursache dafür, dass die Unternehmer ihre Geschäftslage eher kritisch sehen. Nur knapp 16 Prozent der Handwerksunternehmer schätzen ihre aktuelle Geschäftslage als "gut" ein, 31 Prozent dagegen als "schlecht". Im Vergleich zum Winterquartal (34 Prozent) und zum Vorjahr (23 Prozent) ist der Anteil der Zufriedenen deutlich zurückgegangen. "Aufträge bedeuten nicht zwangsläufig höhere Umsätze, von Gewinnen ganz zu schweigen", meint Bräuninger. Mehr als 40 Prozent der Betriebe mussten im vergangenen Quartal geringere Umsätze in Kauf nehmen. Nicht einmal 20 Prozent der Unternehmen konnten ihre Umsätze steigern. Die Beschäftigungssituation im Handwerk in der Region ist im Frühjahr weitgehend stabil. Mehr als 90 Prozent der Betriebe halten ihre Mitarbeiterzahl konstant oder stellen neue ein. Das wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten so bleiben: 92 Prozent der Betriebe wollen ihre Belegschaft im nächsten Quartal halten beziehungsweise ausbauen.
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