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Beschäftigung im Handwerk in der Region stabil

19. Juli 2005

Die wirtschaftliche Entwicklung im Handwerk in der Region Heilbronn-Franken zeigt Anzeichen für eine leichte Belebung, die sich hauptsächlich auf saisonale Einflüsse zurückführen lässt. Ein deutlicher Aufschwung zeichnet sich jedoch nicht ab. Dies hat die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter ihren mehr als 11 000 Mitgliedsbetrieben ergeben. Der Konjunkturindikator, der die Stimmung unter den Handwerksbetrieben widerspiegelt, ist im Sommer saisonbedingt gestiegen, bleibt aber mit einem Wert von 17 deutlich unter dem Vorjahreswert (29). Ihre Geschäftslage beurteilen 27 Prozent der Unternehmer als "gut", 42 Prozent der Befragten beschreiben ihre geschäftliche Situation mit "teils/teils". Nur jeder vierte Betriebsinhaber rechnet damit, dass sich seine geschäftliche Lage in den kommenden Monaten verbessert, während fast ebenso viele Unternehmer glauben, dass sich ihre Geschäfte verschlechtern.

Betrachtet man die Beschäftigungslage, ergibt sich ein positives Bild. Trotz hoher Arbeitslosigkeit in Deutschland ist die Beschäftigung im Handwerk in der Region stabil. Knapp 90 Prozent der Betriebsinhaber hielten die Zahl ihrer Beschäftigten konstant. Damit hat der Anteil der Betriebe mit gleich bleibender Beschäftigtenzahl den höchsten Wert seit dem Jahr 2000 erreicht. Auch in diesem Quartal fällt die Beschäftigungsbilanz positiv aus: Sieben Prozent der Betriebe haben neue Mitarbeiter eingestellt. Dagegen haben nur 3,5 Prozent der Handwerksunternehmer ihre Belegschaft verkleinert. Im Vorjahr hatten im Sommer noch zwölf Prozent der Betriebe ihre Mitarbeiterzahl verringert.

Die Umsätze, die Betriebsauslastung und die Aufträge haben sich im Vergleich zum ersten Quartal spürbar erholt. Der Blick auf die Umsätze zeigt eine positive Bilanz: 29 Prozent der Betriebsinhaber registrierten bessere Umsätze als im Frühjahr. Auf der anderen Seite verzeichneten 23 Prozent der Befragten Umsatzeinbußen. Auch die Umsatzprognose fällt positiv aus: Für die kommenden Monate rechnen 19 Prozent der Handwerksunternehmer mit steigenden Umsätzen. Demgegenüber erwarten 14 Prozent einen Rückgang. 66 Prozent der Befragten glauben, dass sich ihre Umsätze nicht wesentlich verändern werden.

Die Betriebsauslastung hat sich gegenüber dem Vorquartal deutlich verbessert. 52 Prozent der Unternehmer gaben an, zu 70 Prozent und mehr ausgelastet zu sein, während im Frühjahr gerade einmal 39 Prozent der Betriebe zu 70 Prozent oder mehr ausgelastet waren. Die Auftragslage im Sommerquartal ist im Jahresvergleich stabil. Die Auftragsbücher der Betriebe sind durchschnittlich für knapp sechs Wochen gefüllt. Die Auftragseingänge in den vergangenen Monaten brachten eine saisonübliche Besserung der Auftragslage. 23 Prozent der Befragten verzeichneten steigende Auftragseingänge. Sinkende Auftragseingänge registrierten 19 Prozent der Handwerksunternehmer, während im Frühjahr noch 46 Prozent der Betriebe mit sinkenden Auftragseingängen zu kämpfen hatten.

Die Investitionsbereitschaft der Betriebsinhaber ist gestiegen. 15 Prozent der Handwerksunternehmer haben im Sommer mehr investiert als im Frühjahr. Damit liegt der Anteil der Betriebe, die mehr investieren, deutlich höher als im Vorquartal (sechs Prozent) und im Vorjahreszeitraum (elf Prozent). Auch in den kommenden Monaten wollen die Firmenchefs verstärkt investieren: Elf Prozent planen zusätzliche Investitionen, während im Vorjahr nur sechs Prozent planten, mehr zu investieren.

Mit der gesteigerten Investitionsbereitschaft und der soliden Beschäftigungslage deutet sich eine leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung im Handwerk an. "Um eine positive Trendwende endgültig anzustoßen, sind positive Signale aus der Politik notwendig", erklärt Handwerkskammerpräsident Thilo Bräuninger. In der aktuellen Debatte um eine etwaige Erhöhung der Mehrwertsteuer sieht Bräuninger dagegen das falsche Signal für die deutsche Wirtschaft: "Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wäre Gift für unsere Konjunktur. Eine höhere Mehrwertsteuer führt zu höheren Preisen, was wiederum zu weniger Konsum und einer zunehmenden Verunsicherung der Verbraucher führt. So kann ein Aufbruch zu mehr Wachstum am Standort Deutschland nicht gelingen - weder in der Wirtschaft insgesamt und schon gar nicht im Handwerk."

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