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Wirtschaftliche Lage im Handwerk unverändert

16. Juli 2004

Die wirtschaftliche Lage im Handwerk der Region Heilbronn-Franken hat sich in den vergangenen Monaten nicht wesentlich verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt die Handwerkskammer Heilbronn-Franken nach der jüngsten Umfrage unter ihren knapp 11 000 Mitgliedsbetrieben in der Stadt und im Landkreis Heilbronn, dem Hohenlohekreis sowie den Landkreisen Main-Tauber und Schwäbisch Hall. Der Konjunkturindikator, der die wirtschaftliche Lage im Handwerk widerspiegelt, ist im Sommer saisonüblich nach oben geklettert, bleibt aber mit 29 Punkten unter dem Vorjahreswert (33 Punkte). In die Zukunft blicken die Handwerksunternehmer optimistischer als im Vorjahreszeitraum.

"Der Konjunkturaufschwung in der deutschen Wirtschaft ist zu schwach, als dass das Handwerk davon profitieren könnte", sagt Klaus Hackert, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Trotz positiver Impulse blieb die Frühjahrsbelebung hinter den Erwartungen zurück. Lediglich den handwerklichen Zulieferbetrieben geht es infolge der anziehenden Exportgeschäfte besser. Die übrigen Gewerke leiden unter der Konsumzurückhaltung der Verbraucher. Über alle Branchen hinweg beurteilen nur 31 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage als gut, etwa sechs Prozent weniger als im Vorjahr. 45 Prozent beschreiben ihre geschäftliche Situation mit "teils/teils". Auch angesichts der jüngst nach oben korrigierten Wachstumsprognosen der führenden Wirtschaftsinstitute, will sich im Handwerk kein echter Optimismus breit machen. Knapp 36 Prozent der Betriebsinhaber rechnen mit einer verbesserten Geschäftslage in der Zukunft, während jeder fünfte glaubt, dass sich seine Geschäfte in den kommenden Monaten verschlechtern werden.

Der Blick auf Umsätze, Betriebsauslastung und Auftragseingang zeigt, dass sich die Werte allenfalls leicht verbessert haben. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Umsätze steigern konnten, ist auf 36 Prozent gewachsen (Vorjahr: 22 Prozent). Im Gegenzug ist die Zahl derer, die Umsatzeinbußen registriert haben, auf 32 Prozent zurückgegangen. In ihrer Prognose halten sich die Handwerksunternehmer auch hier zurück. Nur jeder vierte Firmenchef erwartet eine positive Umsatzentwicklung. 61 Prozent glauben, dass sich ihre Umsätze nicht wesentlich verändern werden, 15 Prozent rechnen mit einem Rückgang.

Die Betriebsauslastung hat sich deutlich verbessert: War im Frühjahr gerade einmal die Hälfte der Betriebe zu 70 Prozent oder mehr ausgelastet, so geben mittlerweile mehr als zwei Drittel der Unternehmer an, zu 70 Prozent und mehr ausgelastet zu sein. "Viele Betriebe haben im vergangenen Jahr erhebliche Kapazitäten abgebaut und erreichen deshalb jetzt höhere Betriebs- und Geschäftsauslastungen", erklärt Hackert. Der durchschnittliche Auftragsbestand ist mit 5,67 Wochen weitgehend stabil und liegt leicht über dem Landesdurchschnitt.

Betrachtet man die Investitionsbereitschaft wird deutlich, dass die Handwerksunternehmer kein Vertrauen in einen baldigen Aufschwung haben: Knapp die Hälfte der Betriebe hat in den vergangenen Monaten nicht investiert und genauso viele wollen es auch in der Zukunft so halten. Trotz vieler Negativmeldungen zur Beschäftigungssituation in Deutschland scheint die Lage im Handwerk in der Region stabil zu sein. Auch in diesem Quartal fällt die Beschäftigungsbilanz positiv aus: 15 Prozent der Betriebe haben Mitarbeiter eingestellt, während 12 Prozent ihre Belegschaft verkleinert haben. Angesichts der Problematik, dass viele Betriebe infolge von Insolvenz oder mangels eines Nachfolgers schließen müssen, dürfte die Beschäftigungsentwicklung jedoch insgesamt rückläufig sein.

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