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Von Konjunkturerholung im Handwerk keine Spur

14. April 2004

Von einer Konjunkturerholung im Handwerk der Region fehlt auch weiterhin jede Spur. Nachdem sich im vergangenen Jahr eine Trendwende abgezeichnet hatte, schöpften viele Handwerksbetriebe Hoffnung auf eine positive Entwicklung. Im ersten Quartal bestätigte sich dies allerdings nicht. Das ergab eine Umfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter ihren knapp 11 000 Mitgliedsbetrieben im Stadt- und Landkreis Heilbronn, dem Hohenlohekreis sowie den Landkreisen Schwäbisch Hall und Main-Tauber. Der Konjunkturindikator, der die wirtschaftliche Lage im Handwerk widerspiegelt, ist im Vergleich zum Vorquartal gesunken und liegt mit knapp vier Punkten auch deutlich unter dem Vorjahreswert von 9 Punkten.

Viele Betriebe mussten im Frühjahr weniger Aufträge und geringere Umsätze verkraften. 42 Prozent der Unternehmer meldeten einen gesunkenen Auftragseingang, 57 Prozent berichteten von weniger Umsätzen gegenüber dem Vorquartal. Für die kommenden Monate rechnen die Befragten jedoch wieder mit einer Besserung: jeder dritte erwartet mehr Aufträge und fast jeder zweite glaubt an höhere Umsätze. Der durchschnittliche Auftragsbestand aller Handwerke liegt mit 5,7 Wochen leicht über dem Vorjahreswert von 5,6 Wochen. Die Zahl der Betriebe, deren Aufträge nur für eine bis zwei Wochen reichen, ist wieder angestiegen. "Viele Betriebe leben von der Hand in den Mund, weil es in der derzeitigen Lage nicht möglich ist zu planen", kommentiert Klaus Hackert, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken die Ergebnisse. Aufträge würden nur kurzfristig erteilt. Die Inlandsnachfrage, von der fast alle Handwerksbereiche abhängig sind, sei nach wie vor zu gering. Lediglich Zulieferbetriebe profitierten nach Meinung Hackerts von Exportgeschäften.

Dem Bau- und Ausbauhandwerk macht die schlechte Zahlungsmoral vieler Kunden das Leben schwer. Gesetzesänderungen konnten daran bislang nichts ändern. "Die strengere Kreditvergabepolitik der Banken im Zuge von Basel II tut ein übriges - wenn Schwierigkeiten auftauchen, wird den Betrieben einfach der Geldhahn abgedreht", kritisiert Präsident Hackert. 73 Prozent der Betriebe wollen, abgeschreckt von der unsicheren Lage und der geringen Aussicht auf Fremdkapital, in den kommenden Monaten nicht investieren.

"Der Markt ist insgesamt sehr schnelllebig und fordert von den Betrieben eine hohe Flexibilität. Gleichzeitig fehlt den Unternehmern der notwendige Freiraum, um sich an die Gegebenheiten anzupassen", gibt Klaus Hackert zu bedenken. Einen wichtigen Punkt stelle dabei das Kündigungsrecht dar, das keine schnelle und flexible Reaktion auf die Geschäftslage zulasse. Die hohen Lohnkosten würden für das personalintensive Handwerk eine weitere große Belastung darstellen. Die von der Regierung geplante Ausbildungsabgabe lehnte Präsident Hackert im wirtschaftlichen Kontext entschieden ab: "Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Regulierungen, und ein Klima des Vertrauens und der Zuversicht".

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