Wirtschaftlicher Aufschwung zeichnet sich im Handwerk der Region ab
7. Oktober 2003
Im Handwerk in der Region zeichnet sich zwar ein wirtschaftlicher Aufschwung ab, er schlägt sich aber noch nicht konkret in wirtschaftlichem Wachstum nieder. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter den 11 000 Handwerksbetrieben im Stadt- und Landkreis Heilbronn, dem Hohenlohekreis sowie den Landkreisen Main-Tauber und Schwäbisch Hall hervor. "Es geht in kleinen Schritten aufwärts", sagt Klaus Hackert, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. "Für einen normalen Konjunkturverlauf mit deutlichem Beschäftigungsaufbau und Umsatzzuwächsen reichen die wirtschaftlichen Impulse allerdings noch nicht", meint er.
Die Auftragslage hat sich in den vergangenen Monaten verbessert. Inzwischen verzeichnet wieder jeder vierte Betrieb einen Auftragszuwachs - so viele wie zuletzt im Winter 2001. Jeder zweite Betrieb weist stabile Auftragszahlen aus. Die Zahl derer, die Auftragsrückgänge hinnehmen müssen, ist damit deutlich zurückgegangen. Auch die Betriebsauslastung hat sich gegenüber den Sommermonaten verbessert. Fast die Hälfte der Betriebe ist zu 80 Prozent oder mehr ausgelastet. Der Auftragsbestand reicht den Unternehmen nun durchschnittlich für 6,7 Wochen und der insgesamt steigende Auftragseingang lässt hoffen, dass sich diese positive Entwicklung in den Handwerksbetrieben in der Region auch in den kommenden Monaten fortsetzen wird.
Bei den Umsätzen verläuft die Entwicklung ähnlich: Die Zahl der Unternehmen mit steigenden Umsätzen ist auf ein Viertel angewachsen. Trotzdem klagen noch 30 Prozent der Betriebe über gesunkene Umsätze. Im Vergleich zu den knapp 63 Prozent am Jahresanfang zeigt sich aber auch hier eine leichte Entspannung. Die Handwerksunternehmer blicken zuversichtlich in die Zukunft: 46 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Umsätzen im neuen Quartal, 42 Prozent mit mehr Aufträgen.
Die Beschäftigung im Handwerk ist per Saldo auch im Herbst stabil. Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung gekommen. Die Zahl der Betriebe, die Personal einstellen ist genauso groß wie die Zahl der Betriebe, die Personal abbauen.
Die Beurteilung der Geschäftslage fällt in den Handwerksbetrieben unterschiedlich aus. Jeder vierte Handwerksunternehmer beurteilt seine Geschäftslage mit gut und fast genauso viele schätzen ihre Lage als schlecht ein. Der Konjunkturindikator, der die wirtschaftliche Lage im Handwerk in der Region wiedergibt, hält sich seit dem Sommer auf einem stabilen Niveau. Auch in ihrer Prognose zeigen sich die Betriebe nach mehr als einem Jahr wieder zuversichtlich. Knapp 80 Prozent der Betriebe rechnen mit guten Geschäften in der Zukunft.
Im Hinblick auf die bevorstehende Novellierung der Handwerksordnung fordert Klaus Hackert: "Das Handwerk braucht einen Rechtsrahmen, der dem Handwerk nicht den Boden entzieht, sondern Dynamik mit dem Prinzip der Qualifizierung verbindet". Hackert weiter: "Die Politik muss außerdem mit ihrem Hü und Hott in Steuer- und Abgabenfragen aufhören. Wachstum und Beschäftigung sind nur mit mutigen, raschen und umfassenden Reformschritten zu erreichen".