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Der Konjunkturhimmel über dem Handwerk hellt sich langsam auf

21. Juli 2003

Die dunkle Wolkendecke über dem Handwerk scheint sich ein wenig zu lichten. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage unter den mehr als 11 000 Handwerksbetrieben im Stadt- und Landkreis Heilbronn, dem Hohenlohekreis, sowie den Landkreisen Schwäbisch Hall und Main-Tauber hervor. Der Konjunkturindikator, der die wirtschaftliche Stimmung im Handwerk der Region widerspiegelt, hat sich nach einem Jahr der Rekordtiefs deutlich erholt. Die Betriebe blicken auch wieder zuversichtlicher in die Zukunft.

Hatte in der Frühjahrsumfrage noch jeder zweite Betrieb über weniger Aufträge geklagt, so gab im Sommer nur noch jeder vierte einen gesunkenen Auftragseingang an. Fast Dreiviertel verzeichneten gleiche oder gestiegene Auftragszahlen. Für das kommende Quartal rechnen mehr als 80 Prozent der Firmen mit einem gleichen oder höheren Auftragseingang. "Die Konjunktur belebt sich im Sommer erfahrungsgemäß immer. Wir hoffen aber, dass wir die lange Durststrecke endlich überwunden haben und der Aufwärtstrend anhält", kommentiert Kammerpräsident Klaus Hackert die jüngsten Ergebnisse. Ein Viertel der Betriebe hat jedoch nach wie vor mit einer negativen Auftragsentwicklung zu kämpfen.

Bei den Umsätzen zeichnet sich im Frühsommer ebenfalls eine positive Trendwende ab. Die Zahl der Handwerksunternehmen, die über Umsatzeinbußen berichten, hat sich von mehr als 60 Prozent im Frühjahr auf 36 Prozent nahezu halbiert. Jeder fünfte Betrieb berichtet von gestiegenen Umsätzen, 40 Prozent weisen stabile Umsätze aus. Für das nächste Quartal bleiben die Befragten in ihrer Umsatzerwartung trotzdem vorsichtig: nur 16 Prozent rechnen mit einer Zunahme der Umsätze (Vorquartal: 35 Prozent), 20 Prozent gehen von einer negativen Umsatzentwicklung aus. Der Aufwärtstrend wird überschattet von sinkenden Beschäftigungszahlen: zehn Prozent der Betriebe geben an, weniger Mitarbeiter zu beschäftigen als im Vorquartal. "Wenn die Auftrags- und Umsatzzahlen nicht weiter anziehen oder sich zumindest stabilisieren, werden wir einen massiven Beschäftigungsabbau im Handwerk erleben", fürchtet Klaus Hackert.

Die Investitionstätigkeit im Handwerk bleibt verhalten: Knapp 60 Prozent der befragten Unternehmer wollen in den nächsten Monaten nicht investieren.

Aufgrund der derzeit laufenden Novellierung der Handwerksordnung wurden in der Umfrage Sonderfragen zum Thema gestellt. Danach erwarten mehr als 80 Prozent der Betriebe im Kammerbezirk, dass die Schwarzarbeit durch die geplante Änderung der Handwerksordnung nicht zurückgehen wird. Sie gehen von einem konstanten Wert oder einem weiteren Anstieg aus.

Auch bei den Unternehmensaufgaben und Insolvenzen befürchten knapp 70 Prozent der Befragten durch die strukturellen Reformen im Handwerk einen weiteren Anstieg. Als folgenschwer beurteilt Präsident Hackert die Tatsache, dass in der aktuellen Umfrage mehr als 95 Prozent der Ein-Mann-Betriebe angeben, keinen Lehrling auszubilden. "Und genau diese Kleinstbetriebe will die Bundesregierung verstärkt fördern, indem sie jedermann erlaubt, einfache handwerkliche Tätigkeiten anzubieten. Damit entzieht sie den größeren Betrieben - die ausbilden - den wirtschaftlichen Boden", erklärt Klaus Hackert: "Die Ausbildung im Handwerk wird dadurch nachhaltig geschwächt - das gefährdet die Zukunft des Handwerks massiv, aber auch die anderen Wirtschaftszweige werden diesen Verlust zu spüren bekommen, denn die haben bisher von der hohen Ausbildungsbereitschaft im Handwerk ja nur profitiert".

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