Handwerksbetriebe in der Region sehen für die Zukunft schwarz
5. Februar 2003
Das Handwerk in der Region blickt in eine düstere Zukunft. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage unter den mehr als 11 000 Handwerksbetrieben im Stadt- und Landkreis Heilbronn, dem Hohenlohekreis sowie den Landkreisen Main-Tauber und Schwäbisch Hall hervor. Der Konjunkturindikator, der die wirtschaftliche Lage im Handwerk der Region widerspiegelt, hat seit dem Herbst zwar leicht zugelegt, bleibt aber weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau: Die Unternehmen schätzen ihre Zukunftsaussichten so schlecht ein wie nie zuvor. Obwohl die Handwerksbetriebe der Region mit stabilen Beschäftigungszahlen im Landesvergleich glänzen, fürchtet jeder fünfte Betrieb, künftig Mitarbeiter entlassen zu müssen. "Ein Grund für den starken Pessimismus der Unternehmen dürfte die unsichere Auftragslage sein", meint Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert. Rund ein Drittel der Betriebe verzeichneten im Winterquartal weniger Aufträge. Zudem ist der Anteil von Unternehmen, die auf einen längerfristigen Auftragsbestand bauen können, rapide gesunken.
Nach Ansicht von Klaus Hackert wird die verzweifelte Stimmung im Handwerk größtenteils von der Politik verursacht. "Die horrend hohen Lohnabgaben treiben die Preise für handwerkliche Dienstleistungen unnötig in die Höhe", erklärt Hackert. Viele Kunden würden sich zwei Mal überlegen, ob sie einen Handwerker rufen oder Reparaturen unter der Hand durchführen lassen. "Die Schwarzarbeit boomt und den Betrieben fehlen die Aufträge", kritisiert er. Bei dauerhafter Auftragsflaute bliebe vielen Firmen nur der Ausweg, Mitarbeiter zu entlassen. Und das obwohl gerade im Handwerk die Bindung zwischen Mitarbeiter und Betrieb besonders hoch sei. "Anstatt die kleinen und mittleren Betriebe zu entlasten, zieht es die Politik vor, den ohnehin angeschlagenen Handwerksbetrieben immer noch höhere Lohnabgaben, Steuern und bürokratische Pflichten aufzubrummen" ärgert sich Klaus Hackert.
Die Umsatzentwicklung im Winterquartal verlief bei den Unternehmen sehr unterschiedlich. Rund 30 Prozent der Betriebe konnten ihre Umsätze steigern, allerdings mussten genauso viele Unternehmen Umsatzeinbußen hinnehmen. Auch in ihrer Prognose zeigen die Handwerksbetriebe der Region keine Zuversicht: Mehr als 50 Prozent der Betriebe rechnen mit sinkenden Umsätzen. Erst einmal nicht mehr investieren, lautet der Tenor unter den Handwerksbetrieben. 77 Prozent der Befragten haben angekündigt, keine Investitionen zu tätigen.
Um der Bundesregierung klarzumachen, dass sie sofort reagieren muss, nimmt das Handwerk der Region am 7. Februar an einer landesweiten Demonstration in Stuttgart teil.