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Wirtschaftliche Lage im Handwerk hat sich nicht weiter verschlechtert23. Juli 2002 Das Handwerk der Region Heilbronn-Franken zieht eine verhaltene wirtschaftliche Halbjahresbilanz. Das Tief hat sich nicht weiter verstärkt. Der Konjunkturindikator, der das wirtschaftliche Stimmungsbild wiedergibt, ist zur Jahresmitte 2002 sogar um 21 Punkte auf 32 Punkte angestiegen. Dies ergab eine Umfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter den über 11 000 Handwerksbetrieben im Stadt- und Landkreis Heilbronn, im Hohenlohekreis, im Kreis Schwäbisch Hall und im Main-Tauber-Kreis. Der Anstieg dieser Kennziffer sei noch lange kein Signal für eine wirtschaftliche Erholung, gibt Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert zu bedenken. Der Konjunkturindikator habe sich im ersten Quartal auf einem sehr niedrigen Niveau befunden. Der Wert liege jetzt immer noch deutlich unter dem des Vorjahresquartals. Rund drei von vier Betrieben beurteilten ihre Geschäftslage im frühen Sommer als gut oder zumindest zufriedenstellend. Im letzten Quartal waren es nur zwei von drei Betriebe. Ursächlich dafür ist wohl die momentane Auftragslage im Handwerk der Region Heilbronn-Franken. Der durchschnittliche Auftragsbestand liegt mit über 6 Wochen über dem Wert des Vorquartals und auch über dem des Vorjahresquartals. Rund 17 Prozent der Betriebe melden Auftragsreichweiten von über 12 Wochen. Im letzten Quartal waren dies nur sieben Prozent. Für den Herbst zeichnet sich aber auch hier bereits wieder ein Rückgang ab. 30 Prozent der Handwerksbetriebe klagen über abnehmende Auftragseingänge. Beschäftigung weitgehend unverändert Knapp 84 Prozent der Betriebe gaben bei der Umfrage der Handwerkskammer an, dass die Beschäftigtenzahl in ihrem Betrieb gegenüber dem Vorquartal unverändert sei. Der Anteil der Betriebe, die Mitarbeiter eingestellt haben, lag noch über der Zahl der Betriebe, die Personal abgebaut haben. Stabile Preise Trotz weiterhin steigender Einkaufspreise waren die Verkaufspreise in den Handwerksbetrieben der Region im vergangenen Quartal nahezu stabil. "Zieht man in Betracht, dass fast alle Betriebe höhere Einkaufspreise bezahlen mussten, aber nur wenige Betriebe diese in Form höherer Verkaufspreise weitergeben konnten, ist zu befürchten, dass uns noch weitere Insolvenzen im Handwerk der Region Heilbronn-Franken blühen", so Hackert. Von zwei gegenläufigen Tendenzen war die Umsatzentwicklung gekennzeichnet. Einerseits kam es in jedem fünften Betrieb, im Vergleich zum ersten Quartal, zu einer Umsatzsteigerung. Andererseits belastete die Konjunkturflaute die Verkaufstätigkeit so nachhaltig, dass die Umsätze in jedem dritten Betrieb unter dem Vorjahreswert blieben. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher habe die Umsätze geschmälert, ausgelöst durch ein erneutes Abschmelzen des verfügbaren Einkommens, durch gestiegene Krankenkassenbeiträge und Energiekosten verbunden mit einer Verunsicherung im Zuge der Euro-Bargeldeinführung, beurteilt Hackert die geringen Umsätze. Zurückhaltung ließen die Betriebe nach wie vor bei der Investitionstätigkeit erkennen. Über die Hälfte der Betriebe nahmen keine Investitionen vor. Stärker in die Zukunft ausgerichtete Investitionen dürften in größerem Ausmaß erst wieder getätigt werden, wenn sich ein stabiler Wachstumspfad abzeichnet. "Mir scheint wir haben in der Region Heilbronn-Franken den Tiefpunkt erreicht, ein leichtes Anziehen der Handwerkskonjunktur ist spürbar. Aber so recht traut keiner im Handwerk dem Frieden", zieht Hackert als Fazit. Prognosen sind unbefriedigend Die Erwartungen der rund 11 000 Handwerksbetriebe sind von Vorsicht geprägt. Darauf deutet zumindest der Frühindikator Auftragseingang hin. Die Betriebe erwarten Umsatzverluste und einen leichten Investitionsrückgang. Dennoch zeigt der Konjunkturindikator als Maßzahl der Stimmungslage leicht nach oben. Und auch bei der Beurteilung der zukünftigen Geschäftslage sieht es nicht allzu schlecht aus. Vier von fünf Betrieben rechnen für die kommenden Monate mit einer guten bis befriedigenden Geschäftsentwicklung.

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