Erste Hoffnungsschimmer sind vorhanden
15. April 2002
Im Handwerk der Region Heilbronn-Franken hat sich der konjunkturelle Aufschwung noch nicht durchgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Handwerkskammer Heilbronn-Franken aufgrund ihrer letzten Umfrage unter den über 11 000 Handwerksbetrieben der Landkreise Heilbronn, Schwäbisch Hall und Tauberbischofsheim sowie der Stadt Heilbronn. Der Konjunkturindikator, der sich aus der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage ergibt, ist leicht angestiegen, befindet sich aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. "Erste Hoffnungsschimmer sind vorhanden", charakterisiert Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert die wirtschaftliche Lage der Region, "sie hat sich jedoch noch nicht entspannt." Rund zwei von drei Betrieben beurteilten ihre Geschäftslage als gut bis zufriedenstellend. Die derzeitige Stimmung hat sich damit im Vergleich zu den letzten Monaten nicht verändert.
Die Beschäftigungsentwicklung in der Region Heilbronn-Franken ist im ersten Quartal des Jahres 2002 auf der Höhe des Vorquartals geblieben. Der propagierte Beschäftigungsabbau des Handwerks auf Bundesebene hat nicht auf das regionale Handwerk durchgeschlagen.
Neue Aufträge gingen in den letzten Monaten nur sehr schleppend ein. Der Auftragseingang neigte konjunkturbedingt zur Schwäche. Knapp die Hälfte der befragten Betriebe verzeichneten rückläufige Auftragseingänge. Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände hat sich verringert und ist von der Winter- auf die Frühjahrsumfrage von 6,1 auf 5,4 Wochen zurückgegangen. Knapp sieben Prozent der Betriebe meldeten einen Auftragsbestand von über 12 Wochen, im Vergleich zu über acht Prozent im Vorquartal. Im ersten Quartal des Jahres ist die durchschnittliche Betriebsauslastung der Handwerksbetriebe von 40 auf 30 Prozent zurückgegangen.
Die Preise für handwerkliche Leistungen sind in vielen Branchen gestiegen. Über 26 Prozent der Handwerksmeister haben ihre Verkaufspreise in den vergangenen Monaten erhöht, während knapp zehn Prozent die Preise gesenkt haben. Die wenigsten Handwerker konnten die Preissteigerungen dazu nutzen, ihre Gewinnsituation zu verbessern, denn zwei von drei Betrieben wurden gleichzeitig von ihren Lieferanten mit höheren Einkaufspreisen konfrontiert.
Umsätze und Investitionen immer noch rückläufig
Die Umsätze von Januar bis März sind gegenüber dem Schlussquartal 2001 vorwiegend aus saisonalen Gründen zurückgegangen. Drei von fünf Betrieben meldeten sinkende Umsatzzahlen. Das Vorjahresergebnis wurde deutlich verfehlt.
Die Betriebe haben in den ersten drei Monaten des Jahres 2002 sehr zögerlich investiert. Investitionshemmend wirkten - neben jahreszeitlichen Einflüssen - die labile Handwerkskonjunktur und die angespannte Ertragssituation. Knapp 45 Prozent der Betriebsinhaber in der Region sprachen von einer abnehmenden Investitionstätigkeit. Nach wie vor blieben Ersatzbeschaffungen und Rationalisierungsmaßnahmen die maßgeblichen Investitionsgründe. "Die Wiederbelebung des Investitionsklimas hängt unmittelbar von einer Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ab. Mit einem Vorziehen der bis 2005 geplanten Steuerreformstufen und den damit verbundenen Steuerentlastungen für den Mittelstand sollte deshalb ein Zeichen gesetzt werden", so Hackert.
Prognosen grundsätzlich positiv
Insgesamt ist das Handwerk der Region Heilbronn-Franken zuversichtlich, dass es im Sommer 2002 wirtschaftlich aufwärts gehen wird. Das Konjunkturbarometer zeigt deutlich nach oben. Knapp 80 Prozent der Handwerksmeister erwarten eine gute oder zumindest zufriedenstellende konjunkturelle Entwicklung. Über die Hälfte der Betriebe plant außerdem mit steigenden Umsätzen, während nur rund elf Prozent sinkende Umsätze befürchten. Die Prognosen zu den Auftragseingängen, dem konjunkturellen Frühindikator, sind ebenfalls positiv. Rund 60 Prozent der Handwerksbetriebe erwarten wieder eine Zunahme an Aufträgen. Der Auftragsbestand dagegen zeigt noch eine pessimistische Tendenz. 45 Prozent der Betriebe gehen von einem sinkenden Auftragsbestand in den kommenden drei Monaten aus. "Die Anzeichen für einen Aufschwung sind noch zu zaghaft, um darauf vertrauen zu können", so das Fazit von Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert.