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Trübe Stimmung in der Region Heilbronn-Franken

18. Februar 2002

Im Handwerk der Region Heilbronn-Franken hat sich die Mitte des vergangenen Jahres eingetretene konjunkturelle Schwächephase auch zum Jahresende hin fortgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Handwerkskammer Heilbronn-Franken anlässlich einer Umfrage unter den über 11 100 Handwerksbetrieben in der Region Heilbronn-Franken. Der Konjunkturindikator, der die wirtschaftliche Stimmung in den Handwerksbetrieben wiederspiegelt, ist im vierten Quartal 2001 regelrecht abgestürzt. Er liegt rund 20 Punkte unter dem Wert vom Herbst 2001 und fast 30 Punkte unter dem Wert des Vorjahresquartal. "Diese Entwicklung können wir nicht allein auf den 11. September schieben", ist sich Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert sicher. "Die Handwerkskonjunktur war bereits im Sommer letzten Jahres geprägt durch eine angeschlagene Bauwirtschaft, eine schwierige Situation im Kfz-Handwerk und ein nachlassendes Metallhandwerk. Die schrecklichen Ereignisse haben die konjunkturelle Talfahrt nur noch verstärkt."

Nur zwei von drei Betrieben beurteilten ihre Geschäftslage zum Jahreswechsel als gut bis zufriedenstellend. Im vergangenen Quartal waren es immerhin noch vier von fünf Betrieben. Dieser Trend macht deutlich, dass sich die Handwerkskonjunktur in einer angeschlagenen Verfassung befindet.

Nur acht Prozent der Betriebe meldeten einen Auftragsbestand von mehr als zwölf Wochen. Im letzten Quartal waren es noch knapp 20 Prozent und im Vorjahresquartal noch über elf Prozent. Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände in den Handwerksbetrieben der Region lag mit rund sechs Wochen unter dem Wert des Vorjahresquartals.

Die durchschnittliche Betriebsauslastung des Gesamthandwerks zeigte nach dem Einbruch im Vorquartal dagegen wieder eine ansteigende Tendenz. Über die Hälfte der Betriebe wiesen Ende des Jahres 2001 eine Auslastung von mehr als 90 Prozent aus. Auch der Bestelleingang ist - trotz saisonüblichem Rückgang zum Jahresende - gegenüber dem dritten Quartal angestiegen. Die Zuwachsraten fielen sogar besser aus, als Ende 2000.

Beschäftigung noch stabil

Trotz Wintereinbruch und gesamtwirtschaftlicher Konjunkturschwäche blieben die Beschäftigtenzahlen noch weitgehend stabil. Entgegen dem allgemeinen Trend haben die Handwerksbetriebe in der Region Heilbronn-Franken ihre Beschäftigung im Jahr 2001 nahezu konstant gehalten.

Ertragslage nicht verbessert

Nur elf Prozent der Handwerksbetriebe konnten zum Jahresende höhere Verkaufspreise gegenüber ihren Abnehmern durchsetzen. Knapp zehn Prozent mussten weitere Zugeständnisse bei der Preisgestaltung einräumen. Der Entwicklung der Verkaufspreise standen auf der anderen Seite insgesamt deutlich steigende Einkaufspreise gegenüber. Die Ertragslage hat sich in den Handwerksbetrieben der Region nicht verbessert. Die Eigenkapitalreserven schwinden weiter und immer mehr Betriebe kommen in Liquiditätsprobleme.

Die Umsätze haben vom dritten auf das vierte Quartal zugelegt, bewegen sich aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Umsatzverluste aus dem dritten Quartal konnten noch nicht kompensiert werden. Knapp 40 Prozent der Betriebe meldeten zum Jahresende hin steigende Umsatzzahlen. Lediglich 20 Prozent der Betriebsinhaber mussten Umsatzeinbußen hinnehmen.

Die Investitionstätigkeiten ließen nach wie vor erhebliche Zurückhaltung erkennen. Angesichts der ins Stocken geratenen gesamtwirtschaftlichen Konjunktur beschränken sich viele Handwerker zurzeit auf die unbedingt notwendigen Ersatzmaßnahmen. "Um langfristige Investitionsentscheidungen zu fördern, müssen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Betriebe verbessert werden. Das Handwerk braucht mutige Reformen, die in erster Linie die hohe Steuerlast und die hohen Lohnzusatzkosten auf ein realistisches Maß reduzieren. Wenn Betriebe keine Gewinne mehr machen, braucht man sich nicht wundern, wenn sie nicht mehr investieren", so Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert.

Prognosen von Skepsis gekennzeichnet

Die Konjunkturaussichten des Handwerks für die ersten Monate des laufenden Jahres sind von einer allgemeinen Skepsis gekennzeichnet. Die Handwerksbetriebe der Region gehen von Beschäftigungsabbau und einem Rückgang an Aufträgen aus. Auch bei den Umsatzzahlen sieht es düster aus. Jeder zweite Betrieb geht von fallenden Umsatzzahlen aus. An der Investitionszurückhaltung wird sich ebenfalls nicht viel ändern. Knapp 70 Prozent der Betriebe werden in den kommenden Monaten keine Investitionen tätigen.

Die Prognosen zu der allgemeinen Geschäftslage sind jedoch immer noch von Zuversicht geprägt. Gegenüber dem Land Baden-Württemberg soll es nach der Umfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken im Handwerk der Region Heilbronn-Franken besser gehen. Rund 80 Prozent rechnen mit einer guten bis zufriedenstellenden Geschäftslage für den Beginn des Jahres 2002.

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