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Saisonübliche Beschäftigungsgewinne trotz abgekühlter Stimmung

16. Oktober 2001

Der wirtschaftliche Aufschwung im Handwerk der Region, der sich im zweiten Quartal diesen Jahres abgezeichnet hatte, hat sich nicht fortgesetzt. Dies ergab die jüngste Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter den über 11000 Handwerksbetrieben des Stadtkreises Heilbronn, der Landkreise Heilbronn, Hohenlohe, Schwäbisch Hall und Main-Tauber. Auch der Konjunkturindikator, der die wirtschaftliche Stimmung im Handwerk der Region widerspiegelt, war rückläufig.
"Die weltpolitischen Geschehnisse und die sich daraus ergebende Verunsicherung der Betriebe, aber auch die nationalen Entwicklungen sind in dieser Bewertung klar zum Ausdruck gekommen," so Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert in seiner Begründung. Trotz rückläufiger Konjunktur blieb die Stimmung im Handwerk grundsätzlich positiv. Vier von fünf Betrieben beurteilten ihre allgemeine wirtschaftliche Lage immer noch als gut bis befriedigend.

Die Beschäftigung lag Ende September insgesamt nicht nur über dem Wert des letzten Quartals, sondern auch über dem des Vorjahresquartals und kann auch in Anbetracht der saisonal üblichen Entwicklung positiv bewertet werden. Knapp 15 Prozent der befragten Betriebe haben bei der Umfrage angegeben, mehr Mitarbeiter als im Vorquartal beschäftigt oder Neueinstellungen vorgenommen zu haben. Weitere 78 Prozent der Betriebe meldeten eine konstante Beschäftigung. Die Handwerksbetriebe zeichneten sich im Herbst 2001 durch eine kontinuierliche Personalpolitik und ein konstantes Beschäftigungsniveau ohne konjunkturelle Betriebsentlassungen aus.
Weniger positive Signale gehen von der Auftragslage aus. Die durchschnittliche Auftragsweite war - über alle Branchen bewertet - rückläufig. Etwa zwei von fünf Betrieben meldeten sinkende, nur einer von fünf Betrieben dagegen steigende Auftragszahlen. Auch die Beurteilung des Auftragseingangs zeigt ein düsteres Bild: Etwa 17 Prozent der Betriebe registrierten im dritten Quartal steigende Auftragseingänge, 34 Prozent dagegen rückläufige Quoten. 23 Prozent der Betriebe gaben an, vollständig ausgelastet zu sein. Dies sind deutlich weniger als im Sommer diesen Jahres.

Bedenklich, so Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert, stimme die Entwicklung der Umsätze. Rund 40 Prozent der Handwerksbetriebe meldeten im dritten Quartal sinkende Umsatzzahlen, lediglich zwölf Prozent verzeichneten Umsatzzuwächse. Für die nächsten drei Monaten erwarten die Betriebe auch keine Trendwende im positiven Sinn.

Die Investitionsaktivitäten des Handwerks der Region waren von Juli bis September 2001 von deutlicher Zurückhaltung geprägt. 44 Prozent der befragten Unternehmen berichteten von sinkenden Investitionsvolumina, nur 13 Prozent haben ihre Investitionen gesteigert.

Das entschlossene Vorgehen der Politik nach den verheerenden Terroranschlägen in New York und Washington hat bewiesen, dass im Ernstfall überzeugende gemeinsame Lösungen zustande kommen können. Die Gratwanderung, die die Weltwirtschaft derzeit durchläuft, werde vor Deutschland und dem Handwerk nur dann Halt machen, so das Fazit von Handwerkskammerpräsident Klaus Hackert, wenn die Betriebe Vertrauen in die Maßnahmen der Politik haben. Das gelte für den Bereich der inneren und äußeren Sicherheit ebenso, wie für Maßnahmen bei der Steuer-, der Sozial- und der Arbeitsmarktpolitik sowie für die notwendige Deregulierung des Arbeitsmarktes: "Steuererhöhungen auf Zigaretten und Versicherungen zur Finanzierung der inneren Sicherheit sind jedenfalls ein falsches Signal."

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