Handwerk in der Region setzt sich in Bewegung
19. April 2006
Dem Handwerk in der Region Heilbronn-Franken geht es im Frühjahr 2006 konjunkturell besser als im Vorjahr und auch die Zukunftsaussichten sind von Optimismus geprägt. Dies hat die jüngste Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter ihren mehr als 11 000 Mitgliedsbetrieben in der Region ergeben. Aktuell bezeichnen 36 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage mit "gut", was einem Anstieg von 20 Prozentpunkten im Jahresverlauf entspricht. Nur noch 19 Prozent der befragten Betriebe beurteilen ihre Lage als "schlecht" - ein Rückgang um 16 Prozentpunkte. Im Quartalsvergleich ist die Geschäftslage stabil.
Der Konjunkturindikator, der die Stimmung unter den Handwerksbetrieben widerspiegelt, hat im Vergleich zum Frühjahr 2005 einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht: von 5,4 Punkten auf jetzt 39,43 Punkte. Damit liegt das Stimmungsbarometer knapp unter dem Spitzenwert aus dem Vorquartal (42,33 Punkte). Für die kommenden Monate rechnen 47 Prozent der Unternehmer damit, dass sich ihre Geschäfte verbessern, lediglich neun Prozent erwarten eine Verschlechterung.
Die Personalsituation im Handwerk in der Region hat sich im Verlauf des letzten Jahres per Saldo verbessert: 18 Prozent der Befragten haben ihren Personalbestand aufgestockt (Vorjahr: zehn Prozent) und zwölf Prozent mussten sich von Mitarbeitern trennen (Vorjahr: neun Prozent). Für die Zukunft plant fast jedes zehnte befragte Unternehmen die Erweiterung seines Personalbestandes, was einem Zuwachs von vier Prozentpunkten entspricht. Nur noch drei Prozent wollen sich von Mitarbeitern trennen - im letzten Frühjahr waren es noch sieben Prozent.
Auch die Investitionsbereitschaft im Handwerk verbucht Zuwächse. Konnten im letzten Frühjahr nur 33 Prozent Investitionen tätigen, sind es aktuell 45 Prozent. "Investitionen bedeuten Wachstum. Insofern ist es erfreulich, dass insbesondere die konjunktursensiblen Zusatzinvestitionen zugelegt haben", erklärte Handwerkskammerpräsident Thilo Bräuninger. Wollten im Frühjahr 2005 nur sechs Prozent der Betriebe zusätzlich investieren, sind es in diesem Frühjahr 20 Prozent. Auch der Anteil der Erweiterungsinvestitionen ist gestiegen.
Die Umsatzentwicklung hat sich im Jahresvergleich nicht wesentlich geändert. 15 Prozent der Handwerksbetriebe haben ihren Umsatz gesteigert. Dagegen müssen 50 Prozent sinkende Umsätze verkraften. Somit liegt der Saldo der Umsatzentwicklung zwar im roten Bereich, entspricht aber in etwa dem Vorjahresniveau. Damals freuten sich 14 Prozent über erhöhte Umsätze, 48 Prozent hatten Einbußen zu verzeichnen. Im Vergleich zum Winterquartal gibt es einen saisonal üblichen Umsatzrückgang. Von Optimismus geprägt sind die Umsatzerwartungen: Aktuell rechnet jeder zweite der Befragten mit Umsatzsteigerungen und nur einer von Hundert befürchtet Umsatzeinbrüche.
Die Betriebsauslastung und die Auftragslage sind im Vergleich zum Vorjahr stabil. 66 Prozent der Handwerksunternehmer sind aktuell zu 70 Prozent oder mehr ausgelastet, im Frühjahr 2005 hatten 68 Prozent der Betriebe diese Auslastung. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind durchschnittlich für knapp sechs Wochen gefüllt.
Schwierigkeiten bereitet den Unternehmern die gegenläufige Entwicklung von Kosten und Preisen. Nicht zuletzt aufgrund der anziehenden Preise für Energie und Großhandel verbuchen 65 Prozent der Betriebe steigende Bezugspreise - was einer Zunahme von zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die gestiegenen Kosten können jedoch nur 13 Prozent der Handwerker an ihre Kunden weitergeben (Vorjahr: elf Prozent). Allerdings sind nur vier Prozent der Betriebe gezwungen, ihre Angebotspreise zu senken - im Vorjahr waren es noch 21 Prozent.