Stimmungshoch im Handwerk in der Region
3. Februar 2006
Die konjunkturelle Lage im Handwerk hat sich im Winterquartal deutlich verbessert. Das geht aus der jüngsten Umfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter ihren knapp 11000 Mitgliedsbetrieben in der Region hervor. "Die Stimmung im Handwerk ist so gut wie seit fast fünf Jahren nicht mehr", stellt Handwerkskammerpräsident Thilo Bräuninger erfreut fest. Allerdings ist noch unklar, ob sich damit eine generelle Trendwende abzeichnet oder alles nur ein Strohfeuer bleibt.
"Der Konjunkturindikator, der die Stimmung unter den Handwerksbetrieben widerspiegelt, hat im Winter nochmals einen großen Sprung nach oben gemacht und liegt jetzt bei 37,46 Punkten. Jeder dritte Handwerksunternehmer freut sich über seine "gute" Geschäftslage. Während im Winter nur jeder fünfte der Befragten eine "schlechte" Lage zu beklagen hatte, war dies im Herbst noch bei jedem dritten der Fall. Für die kommenden Monate erwarten 33 Prozent der Unternehmer eine Verbesserung ihrer geschäftlichen Situation, demgegenüber rechnen nur 17 Prozent mit einer Verschlechterung.
Anlass zum Optimismus gibt die Beschäftigungslage: Entgegen des saisonal üblichen Beschäftigungsrückgangs haben 16 Prozent der Handwerksunternehmer in der Region neue Mitarbeiter eingestellt. Demgegenüber haben nur fünf Prozent der Betriebe ihre Belegschaft verkleinert. Im Vorquartal hatten noch 17 Prozent der Unternehmer Mitarbeiter entlassen, nur neun Prozent hatten ihr Personal aufgestockt. Auch im Jahresvergleich hat sich die Beschäftigungslage leicht verbessert.
Die Umsätze haben sich bei einem Großteil der Unternehmen positiv entwickelt. 42 Prozent der Handwerksmeister meldeten gestiegene Umsätze, im Herbst war dies nur bei 18 Prozent der Fall. Im Jahresvergleich hat sich die Umsatzentwicklung ebenfalls verbessert: Damals verzeichneten 31 Prozent der Unternehmer höhere Umsätze. Für das kommende Frühjahr sind die Betriebe jedoch zurückhaltend. 39 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang, nur 14 Prozent glauben an eine weitere Umsatzsteigerung.
Die Betriebsauslastung und die Aufträge sind im Quartalsvergleich spürbar gestiegen. Knapp drei Viertel der Handwerksunternehmen waren im Winter zu 70 Prozent und mehr ausgelastet, im Herbst hatten nur 57 Prozent der Betriebe diese Auslastung. Ausgehend vom ohnehin niedrigen Auslastungsniveau des Vorquartals hat sich die Lage nun verbessert; das Vorjahresniveau ist jedoch noch nicht ganz erreicht. Positiv auf die derzeitige Stimmungslage im Handwerk wirken sich die steigenden Auftragseingänge der vergangenen Monate aus: Mehr als jeder vierte Betriebsinhaber verzeichnete im Winter gestiegene Auftragseingänge im Vergleich zum Herbst, im Vorquartal war es nur knapp jeder fünfte.
Für Unruhe im Handwerk sorgt weiterhin die Diskussion um die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozent. "Eine höhere Mehrwertsteuer bremst den Konsum, stärkt die Schwarzarbeit und trifft damit gerade das Handwerk besonders hart. Die Mehrwertsteuererhöhung ist Gift für unser Handwerk", kritisiert Kammerpräsident Bräuninger. Um die gegenwärtigen Anzeichen auf eine konjunkturelle Belebung zu stützen und nachhaltig werden zu lassen, müsse auf eine Mehrwertsteuererhöhung verzichtet werden.