Handwerk blickt optimistisch ins neue Jahr
24. Januar 2007
Den Handwerksbetrieben in der Region Heilbronn-Franken geht es zum Jahresausklang 2006 wirtschaftlich besser als im Vorjahr und die Unternehmer starten mit viel Optimismus ins neue Jahr. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unter ihren rund 11.700 Mitgliedsbetrieben. Aktuell bezeichnen 47 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage mit „gut“, was einem Anstieg von zehn Prozentpunkten im Jahresverlauf entspricht. Nur 15 Prozent der befragten Betriebe beurteilen ihre Lage als „schlecht“ – dies entspricht in etwa dem Vorjahreswert von 17 Prozent.
Der Konjunkturindikator, der die Stimmung unter den Handwerksbetrieben widerspiegelt, hat sich im Vergleich zum Winter 2005 deutlich verbessert: von 42,33 Punkten auf jetzt 51,86 Punkte. Damit liegt das Stimmungsbarometer knapp unter dem Spitzenwert aus dem Vorquartal (54,44 Punkte). Für die kommenden Monate rechnen 46 Prozent der Unternehmer damit, dass sich ihre Geschäfte verbessern, lediglich acht Prozent erwarten eine Verschlechterung.
Die gute Handwerkskonjunktur der letzten Berichtsquartale wirkt sich positiv auf die Beschäftigungslage aus. Knapp 90 Prozent der Betriebsinhaber hielten die Zahl ihrer Beschäftigten konstant. Die Beschäftigungsbilanz ist ausgeglichen: Sechs Prozent der Betriebe haben neue Mitarbeiter eingestellt, fünf Prozent der Handwerksunternehmer haben ihre Belegschaft verkleinert. Im Herbst hatten noch 15 Prozent der Betriebe ihre Mitarbeiterzahl verringert. In den kommenden Monaten wollen 94 Prozent der Unternehmer ihre Mitarbeiterzahl konstant halten, so viele wie noch nie seit Beginn der Konjunkturumfrage.
Die Umsätze und die Aufträge haben sich im Vergleich zum Vorjahr spürbar erholt. 45 Prozent der Betriebe meldeten gestiegene Umsätze, einen Rückgang verzeichneten nur 13 Prozent. Im Vorjahr konnten sich nur 35 Prozent über höhere Umsätze freuen, 18 Prozent mussten einen Umsatzrückgang verkraften. Das Auftragspolster der Handwerksbetriebe war zum Jahresende etwas dicker als im Vorjahr. Ende Dezember reichten die Aufträge für die nächsten 5,8 Wochen, im Dezember 2005 waren es nur 5,5 Wochen.
"Auch wenn der Konjunkturmotor im Handwerk derzeit läuft, ist er dennoch durch die Mehrwertsteuererhöhung erheblich gefährdet“, erklärt Handwerkskammerpräsident Thilo Bräuninger. „Wir hoffen, dass die Bundesregierung dieser Gefahr für die gerade wieder anziehende Handwerkskonjunktur entgegenwirkt. Unser Vorschlag, den Steuerbonus für Handwerkerrechnungen durch eine Anhebung auf mindestens 25 Prozent von einem Rechnungsbetrag von 4.000 Euro attraktiver zu machen, würde dem gerecht werden und zugleich einen Beitrag zur Bekämpfung der Schwarzarbeit leisten.“