Ausländische Bildungsabschlüsse


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Anerkennungsgesetz

Durch das Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit von Berufsqualifikationen erhalten Menschen, die ihre beruflichen Qualifikationen im Ausland erworben haben, die Möglichkeit, diese mit einem deutschen Abschluss vergleichen zu lassen. Dies soll die qualifikationsnahe Beschäftigung auf dem deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. Anträge können bei der jeweils zuständigen Anerkennungsstelle (Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern, Landwirtschaftskammern, sonstige Berufskammern wie etwa Ärztekammern) gestellt werden. Weitere Informationen gibt es auch auf der Webseite " Anerkennung in Deutschland " des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Für wen gilt das Gesetz?

Das Gesetz ist am 1. April 2012 in Kraft getreten und ist auf alle Personen anwendbar, die im Ausland einen Ausbildungsnachweis erworben haben und darlegen, dass sie im Inland eine ihrer Berufsqualifikation entsprechende Erwerbstätigkeit ausüben wollen.

Reichen Sie mit dem Antrag bitte folgende Unterlagen ein:

  • Tabellarischer Lebenslauf (mit jetziger Anschrift)
  • Beglaubigte Kopie eines Identitätsnachweises (Personalausweis, Reisepass)
  • Für nicht EU/EWR-Staatsangehörige ohne gewöhnlichen Aufenthalt im Inland: Absichtserklärung über zukünftige Erwerbstätigkeit im Inland auf Basis der anzuerkennenden Berufsqualifikation
  • Beglaubigte Kopie und Übersetzung des im Antragsformular unter Punkt 3 aufgeführten Ausbildungsnachweises
  • Beglaubigter und übersetzter Nachweis über die Dauer der Ausbildung, sofern diese nicht aus dem Zeugnis/Qualifikationsnachweis hervorgeht
  • Beglaubigter und übersetzter Nachweis über die erlernten Ausbildungsinhalte
  • Beglaubigte Kopien und Übersetzungen der im Antragsformular unter Punkt 4 aufgeführten sonstigen Befähigungsnachweise
  • Beglaubigte Kopien und Übersetzungen der im Antragsformular unter Punkt 5 aufgeführten praktischen Berufserfahrungen und Arbeitszeugnissen
  • Ggf. beglaubigte Kopie des Flüchtlingsausweises A/B (bei Einreise in die BRD bis 31.12.1992)
  • Ggf. beglaubigte Kopie der Anerkennung als Spätaussiedler (bei Einreise in die BRD ab 1993)
  • Ggf. beglaubigte Kopie und Übersetzung der amtlichen Originalheiratsurkunde (nur bei Namensänderung durch Heirat)
  • Ggf. beglaubigte Kopie der amtlichen Originalurkunde bei Namensänderung mit Übersetzung

Bitte beachten Sie, dass Sie keine Originalunterlagen mit dem Antrag einreichen, sondern nur beglaubigte Kopien. Erforderliche Übersetzungen sind von einem öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetscher oder Übersetzer erstellen zu lassen.

Nach der Prüfung erhalten Sie eines der folgenden Ergebnisse:

  • Gleichwertigkeitsbescheinigung:
    Diese erhalten Sie, wenn Ausbildungsinhalte und Ausbildungszeit im Wesentlichen mit der deutschen Referenzqualifikation übereinstimmen.
  • Bescheid über eine Teilgleichwertigkeit:
    Wenn keine volle Gleichwertigkeit zwischen dem ausländischen Berufsabschluss und der deutschen Referenzqualifikation besteht, werden die übereinstimmenden Ausbildungsinhalte und die wesentlichen Unterschiede ermittelt. Ergibt der Vergleich, dass wesentliche Teile der ausländischen Ausbildung mit dem Ausbildungsinhalt der deutschen Referenzqualifikation vergleichbar sind, erhalten Sie einen Bescheid über eine Teilgleichwertigkeit.
  • Ablehnungsbescheid:
    Dieser wird bei fehlender Übereinstimmung erstellt.

Dauer und Kosten

Erst nach Erhalt der kompletten Unterlagen kann die Bearbeitung des Antrages auf Anerkennung bzw. Gleichstellung vorgenommen werden. Die Bearbeitungsfrist beträgt bis zu drei Monate.

Das Verfahren ist gebührenpflichtig. Die Höhe der Kosten richtet sich nach dem Bearbeitungsaufwand im Einzelfall. Die Mindestgebühr beträgt 100 Euro, die höchste Gebühr liegt bei maximal 600 Euro. Die Kosten für eine evtl. erforderliche Qualifikationsanalyse sind nicht in dieser Gebühr enthalten. Diese werden gesondert berechnet.

Bettina Ludwig

Berufsbildung

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