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Beitrag

In den FAQs der Handwerkskammer finden Sie Antworten auf Ihre Fragen.

Nachfolgend finden Sie die häufigsten Fragen aus dem Bereich Beitrag:

1. Wie ist die Beitragszahlung rechtlich geregelt?

Das Recht zur Erhebung der Beiträge ergibt sich aus der Handwerksordnung (HwO), aus der Beitragsordnung und dem jährlichen Beitragsbeschluss der Handwerkskammer.

2. Wer muss den Handwerkskammerbeitrag bezahlen?

Beitragspflichtig sind alle bei der Handwerkskammer geführten natürlichen und juristischen Personen und Personengesellschaften sowie solche Filialen, deren Hauptbetrieb außerhalb des Kammerbezirks liegt. Die Beitragspflicht ist unabhängig vom ausgeübten Gewerbe, der Betriebsgröße, der Rechtsform, der Anzahl der Mitarbeiter oder Ähnliches. Die Beitragspflicht gilt also sowohl für zulassungspflichtige Handwerke (Vollhandwerk mit Qualifikationspflicht) gemäß Anlage A der Handwerksordnung, als auch für zulassungsfreie Handwerke (Vollhandwerke ohne festgelegte Qualifikation) gemäß Anlage B1 der Handwerksordnung und handwerksähnliche Gewerbe gemäß Anlage B2 der Handwerksordnung.

3. Wer bestimmt die Beitragshöhe?

Der Beitragsmaßstab wird jährlich von der Vollversammlung, also von den gewählten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern der Handwerkskammer beschlossen und durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg genehmigt.



4. Wie setzt sich der Beitrag zusammen?

Der Handwerkskammerbeitrag setzt sich aus einem Grund- und einem Zusatzbeitrag zusammen. Zusätzlich können Sonderbeiträge erhoben werden. Die jährlichen Beitragsbeschlüsse finden Sie auf dem Beitragsbescheid. Die Beitragsbeschlüsse der letzten Jahre finden Sie in der Beitragshistorie .



5. Was bildet die Beitragsbemessungsgrundlage?

Die Erhebungsgrundlage für den Grund- und Zusatzbeitrag ist der Gewerbeertrag, der sich nach Abrundung und vor Abzug des Freibetrages nach § 11 Abs. 1 Gewerbesteuergesetz ergibt, wenn für das Bemessungsjahr ein einheitlicher Gewerbesteuermessbetrag festgesetzt wurde, andernfalls ersatzweise der Gewinn aus Gewerbebetrieb, der nach § 15 Einkommenssteuergesetz oder § 8 Körperschaftssteuergesetz ermittelt wurde.



6. Warum wird ein Zusatzbeitrag berechnet?

Durch den Zusatzbeitrag findet die Leistungsfähigkeit der Betriebe Niederschlag in der Höhe des Betrags. Der Zusatzbeitrag gewährleistet eine hohe Beitragsgerechtigkeit.



7. Wie errechnet sich der Beitrag bei Existenzgründern?

Als Existenzgründer werden natürliche Personen eingetragen, die erstmalig ein Gewerbe angemeldet haben, das heißt vorher weder im Handwerk, noch im Handel selbstständig tätig gewesen sind.

Gemäß § 113 Abs. 2 Handwerksordnung tritt bei diesen Fällen folgende Regel in Kraft:

  • 1. Jahr der Anmeldung auf dem Gewerbeamt = beitragsfrei
  • 2. Jahr = ½ Grundbeitrag, kein Zusatzbeitrag
  • 3. Jahr = ½ Grundbeitrag, kein Zusatzbeitrag
  • 4. Jahr = Grundbeitrag, kein Zusatzbeitrag

Diese Regelung wird aufgehoben, wenn für das jeweilige Jahr der Gewerbeertrag oder Gewinn aus Gewerbebetrieb 25.000 € übersteigt. In diesem Fall wird der Beitrag neu berechnet.
Diese Regelung ist nur für den allgemeinen Kammerbeitrag gültig, nicht aber für die Erhebung von Sonderbeiträgen (ÜBA-Umlage oder Ähnliches).



8. Muss man bei einem Verlust trotzdem einen Beitrag bezahlen?

Ja. Bei einem Verlust im Bemessungsjahr wird der Mindestbeitrag fällig.

9. Für welchen Zeitraum gilt der Beitrag?

Der Handwerkskammerbeitrag ist ein Jahresbeitrag. Er gilt vom 1. Januar bis 31. Dezember eines Jahres. Beitragsjahr ist das Kalenderjahr. Der Beitragsbescheid wird in der Regel im ersten Quartal des Jahres versandt. Wenn der Betrieb erst im laufenden Jahr neu eingetragen wird, beginnt die Beitragspflicht ab dem Monat der Eintragung. Der erste Beitragsbescheid umfasst also den Zeitraum ab dem Monat der Eintragung bis Dezember des laufenden Jahres.