Mit der Unterzeichnung einer Bildungspartnerschaft haben Andrea Schwersenz von der Handwerkskammer, Michaela Staleker, Rektorin der Schloss-Realschule und Christel Noller, Geschäftsführerin der Fertighaus Weiss GmbH vereinbart, künftig bei der Berufsorientierung enger zusammenzuarbeiten (v.l.).
HWK
Mit der Unterzeichnung einer Bildungspartnerschaft haben Andrea Schwersenz von der Handwerkskammer, Michaela Staleker, Rektorin der Schloss-Realschule und Christel Noller, Geschäftsführerin der Fertighaus Weiss GmbH vereinbart, künftig bei der Berufsorientierung enger zusammenzuarbeiten (v.l.).

Berufsorientierung aus erster Hand

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 31. März 2014:

Die Fertighaus Weiss GmbH in Oberrot hat am vergangenen Donnerstag (27.03.) eine Bildungspartnerschaft mit der Schloss-Realschule Gaildorf und der Handwerkskammer Heilbronn-Franken unterzeichnet. Was theoretisch klingt, ist eine ganz praktische Angelegenheit. Im Rahmen von Bildungspartnerschaften führen Schulen und Betriebe gemeinsam Projekte durch, damit Schülerinnen und Schüler praxisorientiert verschiedene Berufe kennenlernen. Die Betriebe haben dadurch die Möglichkeit, bei den Jugendlichen frühzeitig Interesse am eigenen Arbeitsbereich zu wecken und sich den Mitarbeiter-Nachwuchs zu sichern. Die Handwerkskammer berät die Beteiligten und hilft bei der Umsetzung der Projekte.

Wenig Wissen über Berufe vorhanden

Die Häuser der Firma Weiss werden vom Keller bis zum Dach von den eigenen Mitarbeitern gefertigt. Die Vielfalt an Ausbildungsberufen, die dort erlernt werden können, ist groß. Bei den handwerklichen Berufen bildet Weiss Zimmerer, Schreiner, Stuckateure, Maler und Lackierer, Klempner, Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik aus. Zehn bis zwölf Lehrlinge pro Jahr starten ihre Laufbahn bei Weiss. Damit das Unternehmen immer genügend Bewerber hat, hat es schon vor einigen Jahren damit begonnen, sich in der Berufsorientierung zu engagieren. "Leider kennen die meisten Schüler nur einige wenige Berufe. Und selbst bei denen wissen sie nicht genau, was sie sich darunter vorzustellen haben", so Christel Noller, Geschäftsführerin der Fertighaus Weiss GmbH. "Rund 90 Praktikanten kommen pro Jahr zu uns ins Haus. Seit fünf Jahren beteiligen wir uns am Girls‘ Day, um auch Mädchen für handwerkliche Berufe zu begeistern."

Enge Zusammenarbeit mit Schulen

Nun soll mit der Schloss-Realschule die Zusammenarbeit intensiviert werden. "Frau Noller stellt bei uns bereits regelmäßig Berufe vor. Wir freuen uns sehr, dass mit der Bildungspartnerschaft der Kontakt künftig noch enger wird", so Michaela Staleker, Rektorin der Schule. Die Schüler erhielten so nicht nur Hilfe bei der Berufswahl, sondern hätten auch die Chance, sich persönlich weiterzuentwickeln. "Wenn Jugendliche Teil eines Arbeitsteams werden, lernen sie nicht nur die Praxis eines Berufes kennen, sondern auch, dass die Begriffe Teamarbeit, Verantwortung und Selbstständigkeit nicht nur leere Worte sind", ist Staleker überzeugt. 

Mit der Parkrealschule in Gaildorf arbeitet das Unternehmen bereits zusammen. "Es gibt dort eine Schülerfirma, an der wir uns beteiligen. Gemeinsam mit Schülern der achten Klasse haben unsere Ausbilder und Lehrlinge zum Beispiel eine Hütte für den Pausenhof erstellt. Einen besseren Einblick in die jeweiligen Berufsfelder gibt es nicht. Schüler, die sich daraufhin für eine Lehrstelle bei uns bewerben, wissen ziemlich genau, was sie erwartet", so Christel Noller.

Bildungspartnerschaften nutzen

Andrea Schwersenz, die sich bei der Handwerkskammer um die Initiierung von Bildungspartnerschaften kümmert, rät Betrieben, sich verstärkt in die Berufsorientierung an Schulen einzubringen. "Eine Kooperation zwischen Schule und Betrieb ist ein wichtiger Bestandteil in der Nachwuchsgewinnung. Schüler lernen den Betrieb kennen und Betriebe können Kontakt zu potenziellen Lehrstellenbewerbern knüpfen",  so Schwersenz.

Betriebe, die eine Bildungspartnerschaft mit einer Schule eingehen möchten, können sich an Andrea Schwersenz von der Handwerkskammer Heilbronn-Franken wenden: Telefon 07131/791-168, E-Mail: andrea.schwersenz@hwk-heilbronn.de.