Handwerkskammer/V

Dialog und Perspektive Handwerk 2025

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 28. Juli 2016:

Mit einem Workshop zum Thema "Innovationsfähigkeit der Unternehmen" wurde Ende Juli das landesweite Projekt "Dialog und Perspektive Handwerk 2025" bei der Handwerkskammer Heilbronn-Franken fortgesetzt. Knapp 20 Unternehmer aus den verschiedensten Handwerksbranchen diskutierten mit Wissenschaftlern und Vertretern des baden-württembergischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau über künftige Herausforderungen zur Sicherung der Innovationsfähigkeit der Handwerksunternehmen.

Moderator vom itb

Ewald Heinen, stellvertretender Leiter des Instituts für Technik der Betriebsführung im Deutschen Handwerksinstitut e.V. aus Karlsruhe (itb), der die Veranstaltung moderierte, arbeitete in seinem Impulsvortrag die zentralen Leitfragen zum Thema heraus. Dabei stellte er auch klar, dass viele Handwerksbetriebe hoch innovativ arbeiten, ohne das selbst so zu empfinden.

Ohne motivierte Mitarbeiter keine erfolgreiche Innovation

Einig waren sich die Teilnehmer bei der angeregten Diskussion darüber, dass im Fachwissen und der Motivation der Mitarbeiter ein Schlüssel für erfolgreiche Innovationen liegt. An konkreten Beispielen aus dem Teilnehmerkreis wurde aufgezeigt, wie es durch geschickte, wertschätzende Führung gelingen kann, die Mitarbeiter an den Betrieb zu binden und zu motivieren. Um Innovationen voranzutreiben, müssen auch Fehler toleriert werden. Denn Innovationen entstünden vor allem dann, wenn traditionelle Vorgehensweisen verlassen und neue Dinge erprobt werden. "Nicht alles klappt beim ersten Mal", wusste beispielsweise Peter Polzer, Geschäftsführer der Polzer Innenausbau GmbH & Co. KG aus Jagsthausen.

Wissen der Mitarbeiter nutzen

Im Workshop ging es auch darum, wie das Wissen der Mitarbeiter genutzt und gesichert werden kann. Insbesondere in den meist kleinen Familienbetrieben im Handwerk erweist es sich als schwierig, neben dem normalen Tagesgeschäft auch noch eine Strategie für Zukunftsthemen zu entwickeln. Möglichkeiten des Wissenstransfers wurden in der Kooperation mit größeren Betrieben oder auch durch wissenschaftliche Begleitung von Universitäten gesehen. "Wichtig ist hierfür auch, dass Mitarbeiter an Entscheidungsprozessen beteiligt werden", merkte Jörg Scholz, Geschäftsführer der 3b IDO Jörg Scholz GmbH aus Lauffen an. Es müsse davon ausgegangen werden, dass in jedem Mitarbeiter Potentiale stecken, die dem Unternehmen zugute kommen können.

Kundennähe fördert Innnovationskraft

Weiter wurde herausgearbeitet, dass Informationen über Kundenbedürfnisse und Veränderungen am Markt kontinuierlich eingeholt werden müssten, um permanente Kundennähe gewährleisten zu können. Außerdem sei es innovationsförderlich, Kunden in die Arbeit und die Innovationsprozesse des Unternehmens direkt einzubeziehen. Für Peter Haug, Geschäftsführer der Haug Solar- & Elektrotechnik GmbH aus Nordheim kommt deshalb die Innovation vom Kunden.

Unterstützung durch Organisation und Politik

Ausgiebig wurde auch darüber diskutiert, wie die Handwerksbetriebe durch die Handwerksorganisationen und die Politik unterstützt werden können. An oberster Stelle stand dabei der Erhalt des Meisterbriefes als Zugangsberechtigung zum Führen eines zulassungspflichtigen Handwerks. In Zeiten des demografischen Wandels und der damit verbundenen Probleme, Fachkräftenachwuchs zu finden, muss auch unbedingt an der Verbesserung des Images des Handwerks weitergearbeitet werden. Mit der bundesweiten Imagekampagne ist das Handwerk seit 2010 auf einem guten Weg. Die Anstrengungen dürften jetzt aber nicht nachlassen, waren sich die Teilnehmer einig.

Richtiger Weg in eine erfolgreiche Zukunft

"Der Workshop hat gezeigt, dass wir mit diesem Format den richtigen Weg für eine erfolgreiche Gestaltung der kommenden Jahre gefunden haben", resümierte Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. "Unsere Betriebe wissen selbst am besten, wo der Schuh drückt und auf welche Fragen wir dringend Antworten und Lösungen benötigen."

Landesweites Projekt

Der Workshop war Bestandteil des landesweiten Projektes "Dialog und Perspektive Handwerk 2025 - Analyse der Potenziale und Strategiebildung für das baden-württembergische Handwerk im Zeithorizont bis 2025". Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg hat zusammen mit dem Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT) das Institut für Technik der Betriebsführung (itb) Karlsruhe und das Volkswirtschaftliche Institut für Mittelstand und Handwerk (ifh) Göttingen mit der Durchführung dieser Perspektivstudie beauftragt. Aus der Studie, die Herausforderungen, Chancen und Potenziale für die zukünftige Entwicklung des baden-württembergischen Handwerks analysiert, sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Betriebe, Organisationen und Politik abgeleitet werden. Der nächste Workshop zum Thema "Marktchancen der Energiewende"‘ findet am 15. September bei der Handwerkskammer Freiburg statt.