Falk Heller, www.argum.com

Fachkräftemangel und Bürokratie hemmen Investitionen

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 13. April 2017

Die Handwerksbetriebe in der Region sind mit ihren Geschäften in den ersten drei Monaten des Jahres zufrieden. Das zeigen die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Dabei bewerteten 70 Prozent der befragten Handwerker ihre Geschäftslage als gut. Die positive Stimmung konnte auch nicht trüben, dass immer noch rund jeder fünfte Betrieb weniger Aufträge und fast jeder dritte weniger Umsatz verzeichnete. Denn die meisten Handwerker sind zuversichtlich, dass sich das in den nächsten Monaten ändert. Fast die Hälfte der Befragten erwartet mehr Aufträge. Rund 60 Prozent rechnen mit steigenden Umsätzen.

Handwerker investieren

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten haben in den letzten drei Monaten Investitionen getätigt. In nächster Zeit wollen rund 37 Prozent noch mehr Geld in die Hand nehmen. „Dass die guten Umsätze aus dem Vorjahr wieder dem eigenen Betrieb zu gute kommen, spricht für die Weitsicht der Handwerker“, lobt Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken.

Bei einer Sonderumfrage Ende März gaben rund 45 Prozent der Handwerker an, dass ihre Investitionsausgaben in den vergangenen drei Jahren gestiegen seien. Dabei fließt das meiste Geld (95 Prozent) in Maschinen, Geräte und Werkzeuge. Auch Fahrzeuge (64 Prozent), Einrichtung (61 Prozent) und Maßnahmen zur Sanierung und Renovierung (52 Prozent) stehen bei den Betrieben in der Region weit oben auf der Liste. In den meisten Fällen nehmen die Handwerker Geld in die Hand, um Betriebsmittel zu ersetzen (59 Prozent). Rund 27 Prozent der Befragten investierten, um ihre Kapazitäten auszubauen. Weitere 14 Prozent setzte Kapital ein, um Betriebsabläufe zu optimieren.

Viel kommt aus der eigenen Tasche

Ganz bodenständig zeigen sich die Handwerker in der Region bei der Finanzierung ihrer Investitionen. Der weitaus größte Teil (82 Prozent) wird mit Eigenkapital bezahlt. Aus einer Mischfinanzierung aus Eigen- und Fremdkapital bestanden 21 Prozent der Investitionen. Weitere 20 Prozent wurden über Fremdkapital finanziert. Nur rund acht Prozent der Investitionen konnten die Handwerker durch Förderungen tätigen.

Fehlende Fachkräfte und Bürokratie bremsen

Trotzdem sehen nur 23 Prozent den Zugang zu Fördermittel als Hemmnis für Investitionsentscheidungen. Viel mehr zu schaffen machen den Handwerkern im Kammergebiet fehlende Fachkräfte und Auszubildende (60 Prozent). Auch Steuern und Abgaben (60 Prozent) sowie die Energiekosten (48 Prozent) halten viele der Befragten davon ab, Geld in den Betrieb zu stecken. Bürokratische Hürden wie langwierige und komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren (39 Prozent), Abschreibungsbedingungen (37 Prozent) und Auflagen zum Umweltschutz (32 Prozent) lassen ebenfalls viele Handwerker vor Investitionen zurückschrecken. „Fachkräfte für das Handwerk zu gewinnen und bürokratische Hürden abzubauen, bleiben damit wichtige Stellschrauben für das Wachstum im Handwerk“, betont Ulrich Bopp.

 Weitere Informationen

Die vollständigen Ergebnisse der aktuellen Umfrage finden Sie im Konjunkturbericht: