Fotolia_p365.de

Handwerks- & Gewerberecht

Die Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (DL-InfoV) und das Verbraucherrecht beinhalten wichtige Informationspflichten. Auch für Handwerker. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, finden Sie hier Merkblätter und Musterformulierungen.

Die Handwerkskammer informiert über Inhalt, Umfang und Art der Pflichten. Handwerker sollten die Vorgaben unbedingt beachten, um Abmahnungen und Ärger mit Kunden zu vermeiden.

Informationspflichten für Dienstleister

Von der DL-InfoV sind grundsätzlich alle Handwerksbetriebe betroffen, die in Deutschland niedergelassen sind beziehungsweise die zusätzlich unter Inanspruchnahme der Dienstleistungsfreiheit in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder in einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den europäischen Wirtschaftsraum tätig werden.

Die Verordnung selbst unterscheidet zwischen Informationen, die ständig bereitgehalten werden müssen und Informationen, die auf Anfrage angeboten werden müssen.

Insbesondere geht es um den Familien- und Vornamen, die ladungsfähige Anschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse oder Faxnummer, die Rechtsform bei Gesellschaften sowie Registerangaben. Anzugeben sind auch verwendete allgemeine Geschäftsbedingungen, genutzte Vertragsklauseln über das auf den Vertrag anzuwendende Recht oder den Gerichtsstand, Informationen zu Garantie und Gewährleistung, wesentliche Merkmale der Dienstleistung, die sich nicht aus dem Zusammenhang ergeben, falls eine Berufshaftpflichtversicherung besteht, der Name und die Anschrift des Versicherers und der räumliche Geltungsbereich.

Handwerksbetriebe können auf verschiedenen Wegen ihren Pflichten nachkommen. Möglich ist beispielsweise das Einstellen der Informationen auf der Webseite.

 Weitere Informationen

Verbraucherrecht verlangt Informationen zum Widerruf

Seit 2014 gilt ein geändertes Verbraucherrecht. Betriebe müssen Kunden bei Vertragsabschlüssen noch umfangreicher informieren, insbesondere wenn Verträge außerhalb der eigenen Geschäftsräume, beispielsweise auf der Baustelle, beim Kunden zuhause oder per Telefon oder Internet abgeschlossen werden. In diesen Fällen haben Verbraucher besondere Widerrufsrechte.

Wer nicht ausreichend über diese Rechte informiert, riskiert Abmahnungen oder finanzielle Verluste. Außerdem besteht die Gefahr, dass Handwerker auf ihren Kosten sitzen bleiben, wenn sie nicht abwarten, bis die Widerspruchsfrist abgelaufen ist und der Kunde sich dazu entschließt, den Auftrag zu widerrufen.

Die Handwerkskammer erklärt anhand von Praxisbeispielen in welchen Fällen die neuen Richtlinien gelten und wann welche Informationspflichten bestehen. Außerdem stellen wir Ihnen Mustererklärungen, die Sie für die Kommunikation mit dem Kunden verwenden können, zur Verfügung.

Ass. jur. Rüdiger Mohn

Abteilungsleiter Recht

Allee 76
74072 Heilbronn
Tel. 07131 791-140
Fax 07131 791-2540
Ruediger.Mohn--at--hwk-heilbronn.de