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Licht und Schatten zum Jahresende

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 9. Februar 2015:

Das Jahr 2014 ist für die Handwerker in Heilbronn-Franken weitgehend positiv zu Ende gegangen. Das zeigen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer zum vierten Quartal. Steigende Umsätze sorgten unter anderem für eine weiterhin hohe Investitionsbereitschaft bei den Betrieben. "Dass die Handwerker ihre steigenden Umsätze wieder in ihre Betriebe investieren, ist typisch. Bodenständigkeit und langfristige Planung zeichnen das Handwerk schließlich aus", weiß Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken.

Weniger erfreulich war die Entwicklung bei den Beschäftigten. Ende des Jahres 2014 wurden mehr Stellen abgebaut als neue geschaffen. Die große Mehrheit der Betriebe will aber in den kommenden Monaten ihre Mitarbeiterzahl konstant halten. "Vielleicht sehen wir hier schon die ersten Reaktionen auf den seit diesem Jahr gültigen Mindestlohn, der durch die umfangreiche Dokumentation der Arbeitszeiten vielen Betrieben die Buchhaltung extrem erschwert", mutmaßt Bopp.

Geschäftslage und Aufträge stabil

Weit mehr als die Hälfte der befragten Handwerksbetriebe in Heilbronn-Franken waren mit ihren Geschäften am Jahresende zufrieden. Fast 60 Prozent glauben, dass dies auch in den nächsten Monaten so bleibt. Allerdings erwarten auch fast dreimal so viele Handwerker als im Vorjahr schlechtere Geschäfte in den kommenden Monaten. Der Konjunkturindikator fiel um zwei Prozentpunkte auf 48,8.

Bei der Auftragslage im regionalen Handwerk zeigt sich ein ganz ähnliches Bild: Sie hat sich insgesamt leicht verbessert. Zwar hatten nur noch 31,3 Prozent der Betriebe mehr Auftragseingänge(Vorjahr: 35,5 Prozent), gleichzeitig beklagten aber auch nur noch 15,2 Prozent der Befragten weniger Aufträge (Vorjahr: 20,6 Prozent). In der Zukunft erwartet fast ein Viertel der Betriebe (23,8 Prozent) weniger Aufträge.

Auslastung und Umsätze setzen positive Zeichen

Über zu wenig Arbeit konnten sich die Betriebe Ende 2014 nicht beschweren. Über ihre Kapazitätsgrenzen ausgelastet waren mit 14,1 Prozent genauso viele Betriebe wie im Vorjahr. Über zwei Drittel sind gut bis sehr gut ausgelastet. Die Zahl der Betriebe, die noch freie Kapazitäten haben, hat sich in einem Jahr fast halbiert.

Besonders erfreulich haben sich aus Sicht des Handwerks die Umsätze in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres entwickelt. So meldeten 42,8 Prozent der Betriebe steigende Umsatzzahlen, während 13,5 Prozent einen Umsatzrückgang hinnehmen mussten. Zum Vergleich: Im Vorjahr berichteten 38,6 Prozent der Betriebe in der Region über ein Umsatzplus und 21,9 Prozent über ein Umsatzminus. Mit 21,4 Prozent gehen fast doppelt so viele Betriebe wie im Vorjahr weiter von steigenden Umsätzen aus. 28,4 Prozent befürchten sinkende Umsätze (Vorjahr: 32,8 Prozent).

Konstanz bei Beschäftigten, Investitionsfreude ungebrochen

Bei den Beschäftigtenzahlen fiel der Saldo erstmals seit Anfang 2014 wieder negativ aus. Knapp sieben Prozent der Befragten beschäftigten mehr Mitarbeiter, 10,5 Prozent weniger als zuvor. Die Betriebe scheinen sich darauf konzentrieren zu wollen, ihre Mitarbeiter möglichst zu halten. 92 Prozent planen keine Veränderung beim Personal in den kommenden Monaten.

Umso aktiver sind die Betriebe in Sachen Investitionen. Knapp 60 Prozent der Befragten haben in den letzten Monaten in ihren Betrieb investiert – fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Weitere Investitionen in den kommenden Monaten planen 47,2 Prozent der Betriebe. Rund 15 Prozent wollen dafür sogar mehr Geld in die Hand nehmen.