Ulrich Bopp (links), Präsident der Handwerkskammer und Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (links) gratulieren den 13 besten Jungmeistern des Jahrgangs auf der Bühne.
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Ulrich Bopp (links), Präsident der Handwerkskammer und Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (links) gratulieren den 13 besten Jungmeistern des Jahrgangs auf der Bühne.

Meisterfeier in Heilbronn

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 7. April 2014:

Die neuen Handwerksmeister des Jahrgangs 2013/2014 haben eine anstrengende Zeit hinter sich, in der sie Ehrgeiz, Ausdauer, fachliches Können und wahre Leidenschaft für ihr Handwerk bewiesen haben. Das muss belohnt werden. Mit einer Feier, bei der die Jungmeister im Mittelpunkt stehen. Am Freitag, 4. April erhielten in der Heilbronner Harmonie 200 Jungmeisterinnen und Jungmeister ihre Urkunden und wurden in den Meisterstand erhoben.

Richtig fetzig los ging es mit Einzug der Jungmeister zu Rockmusik unter dem Beifall der 800 Gäste. Kammerpräsident Ulrich Bopp gratulierte als Erster den Absolventen zu ihrem Erfolg. Bopp ist sich sicher, dass die jungen Handwerker den richtigen Weg eingeschlagen haben. "Für mich ist die hohe Qualität des deutschen Handwerks und des Meistertitels immer noch ein überragender Wettbewerbsvorteil."  

An hohem Niveau festhalten

Dieser Meinung schloss sich auch der Festredner des Abends und oberste Repräsentant des deutschen Handwerks an. Hans Peter Wollseifer aus Köln ist vor Kurzem zum Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks gewählt worden. Er ist überzeugt, dass nur die Meisterfortbildung ein Handwerk in seiner ganzen Tiefe und Breite vermittelt und die Voraussetzung schafft für gesunde, zukunftsorientierte und erfolgreiche Betriebe. "Es ist nicht zu verstehen, warum die EU-Kommission ausgerechnet den Meisterbrief infrage stellt", so Wollseifer. "Ich sehe nur eine schlüssige Strategie für Wachstum und Beschäftigung in Europa: besser und praxisgerechter qualifizieren. Deshalb muss auch in Europa die berufliche Bildung aufgewertet und nicht abgewertet werden. Deshalb darf die europäische Politik nicht an unseren hohen Bildungsstandards rütteln."

Zu welch tollen Ergebnissen die deutschen Standards führen, bewies Henrik Bullinger aus Erlenbach eindrucksvoll. Er legte die Meisterprüfung im Schreinerhandwerk ab. Sein Meisterstück stellte er auf der Bühne vor und erntete dafür viele "Ahs" und "Ohs". Seine Vitrine mit Schrank, die mit ein paar Handgriffen um eine Theke aus Eiche ergänzt werden kann, ist ein wahres Raumwunder. 10 Gläser und 16 Flaschen kann er darin verstauen. Perfekt für eine Weinprobe.

Eine solche kann nun auch Präsident Wollseifer machen. Der Rheinländer erhielt von Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer ein paar gute Tropfen aus der Region Heilbronn-Franken. Und den "Hopfenstopfer", ein prämiertes Bier aus Bad Rappenau. Mit einem Augenzwinkern gab Schnörr ihm den Tipp, das Bier lieber nicht allzu schnell auszutrinken. Schließlich habe es den doppelten Gehalt an Alkohol, als das ihm bekannte "Kölsch".

Erhebung in den Meisterstand

Richtig feierlich wurde es dann bei der offiziellen Erhebung in den Meisterstand durch Kammerpräsident Ulrich Bopp. "Sie stehen für das, was das Handwerk auszeichnet: Stärke, Mut und der Glaube an die eigene Zukunft und die des Meisterhandwerks. Seien Sie sich dessen stets bewusst und geben Sie dies an die jungen Menschen weiter, die Sie künftig ausbilden werden", bat Bopp die Absolventen.

Auszeichnungen

Im Anschluss an die Erhebung in den Meisterstand wurde zwölf Jungmeistern eine besondere Ehre zu teil. Als jeweils Beste in ihrem Gewerk erhielten sie ihre Meisterbriefe von den Präsidenten Wollseifer und Bopp auf der Bühne überreicht. Das beste Prüfungsergebnis unter allen 200 Absolventen erreichte der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger Conny Wache aus Wüstenrot. Für seine herausragende Leistung erhielt der 33-Jährige den Meisterpreis des Versorgungswerks des Handwerks Region Heilbronn-Franken. Dieser Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Auch die beste weibliche Absolventin wurde für ihren Ehrgeiz belohnt. Frisörin Sandra Vetter aus Fürth in Hessen erhielt den IKK Frauenförderpreis und einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro.

Da die Meisterprüfung ohne ehrenamtliche Prüfer undenkbar wäre, wurden außerdem langjährige Prüfer auf der Bühne ausgezeichnet. "Neben viel Arbeit und Zeit müssen Sie auch Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen. Für ihr Engagement in den vergangenen Jahren möchten wir Ihnen heute herzlich danken", sagte Kammerpräsident Ulrich Bopp.