Für die 24-jährige Modistin Anna war es beim Praktikum "Liebe auf den ersten Blick". Mit ihrem Beruf hat sie eine Aufgabe gefunden, die sie erfüllt, und ist damit eine ideale Botschafterin für das Handwerk.
DHKT/Bastian Beuttel
Für die 24-jährige Modistin Anna war es beim Praktikum "Liebe auf den ersten Blick". Mit ihrem Beruf hat sie eine Aufgabe gefunden, die sie erfüllt, und ist damit eine ideale Botschafterin für das Handwerk.

Neues Jahr, neue Motive

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 31. März 2016:

Provokanter und konkreter – so zeigt sich die Imagekampagne des Deutschen Handwerks im Jahr 2016. Ab 5. April machen neue Motive wieder in ganz Deutschland auf das Handwerk aufmerksam. Unter dem Motto "Ich hab was Besseres vor" zeigen sie Jugendlichen, dass sie in handwerklichen Berufen viel erreichen können. Um die Diskussion mit und unter jungen Menschen anzustoßen, sind die neuen Motive bundesweit auf Plakaten, auf Bussen sowie auf Bannern einer Online- und Mobile-Kampagne zu sehen. In Heilbronn-Franken sind die Motive auf 20 Großflächenplakaten in Heilbronn, vier in Schwäbisch Hall sowie einem Regionalbus im Kampagnendesign in Tauberbischofsheim zu sehen.

Vorteile zeigen

Sprüche wie "Träume unter Akten begraben? Ich hab was Besseres vor" heben die Vorteile einer handwerklichen Ausbildung hervor. Die Motive vermitteln eine authentische Vorstellung von der Arbeit im Handwerk – echte Junghandwerker standen für die Kampagne in ihren Werkstätten vor der Kamera.

Einer von Ihnen ist Fahrzeuglackierer Robert Schneider. Er wusste am Ende der Schulzeit nicht, welchen Beruf er ergreifen sollte. Ein Praktikum änderte das. "Die Arbeit machte mir gleich großen Spaß. Während viele Andere noch studieren und nicht wissen, was sie machen wollen, habe ich von Anfang an mein eigenes Geld verdient." Tischler Martin Pelzer hat im Handwerk seine Berufung gefunden: "Ein anderer Beruf wäre nichts für mich. Der Kontakt zum Werkstoff Holz würde mir fehlen, ebenso die körperliche Auslastung", ist sich der 31-Jährige sicher. Auch er kam über ein Praktikum zum Beruf.

Werkstatt statt Hörsaal

Johannes Schroeter-Behrens hatte ein abgeschlossenes Studium in der Tasche, als er eine Ausbildung zum Stuckateur begann: "Als Diplom-Prähistoriker hätte ich hauptsächlich am Computer gesessen. Etwas Handwerkliches passt besser zu mir." Der gleiche Grund brachte auch Modistin Anna zum Handwerk. "Viele gehen davon aus, dass man mit Abitur studieren muss", kritisiert die 24-Jährige und freut sich, dass die Kampagne Alternativen aufzeigt. Auch Vanessa Sell zog es nach der Schule an die Uni; sie war aber bald gelangweilt von der Geoökologie: "Ich musste Tabellen auswerten und die Aussicht auf einen Bürojob gefiel mir auch nicht – ich wollte draußen arbeiten und etwas mit den Händen schaffen." Als Sattlerin hat die 25-Jährige ihr Hobby zum Beruf gemacht und leitet bereits ihre eigene Abteilung.

Berufswahl als Fokus

Die Berufswahl stellt junge Menschen vor eine große Herausforderung. Viele wissen nicht, wo ihre Stärken und wirklichen Interessen liegen. "Wir möchten junge Menschen ermutigen, ihren eigenen Interessen zu folgen", erklärt Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. "Viel zu oft ist der Blick auf ein Studium verengt. Dabei bietet das Handwerk mehr als 130 spannende Berufe und hervorragende Karriereaussichten."

Ein neuer Film greift ebenfalls das Motto "Ich hab was Besseres vor" auf: Ein junger Mann wird in einen "Schreibtisch-Beruf" gedrängt. Sein Umfeld zerrt so sehr an ihm, dass sein Anzug reißt. Zum Vorschein kommt, was eigentlich in ihm steckt – ein Handwerker. Der Film ist auf Infoscreens an U- und S-Bahnhöfen sowie im Internet zu sehen.