Heidi Dobslaff und Zimmerermeister Jürgen Schreiner (M.) empfingen Kammerpräsident Ulrich Bopp, Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr und Betriebsberater Paul Mendel (v.l.) in ihrem Holzbaubetrieb in Wertheim .
Handwerkskammer/GF
Heidi Dobslaff und Zimmerermeister Jürgen Schreiner (M.) empfingen Kammerpräsident Ulrich Bopp, Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr und Betriebsberater Paul Mendel (v.l.) in ihrem Holzbaubetrieb in Wertheim .

Vielfältiges Handwerk im Taubertal

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 10. Oktober 2014:

Viermal im Jahr besuchen Präsident und Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken Betriebe in den verschiedenen Landkreisen der Region. Ziel dieser Besuche ist es, noch konkreter auf die Wünsche und Probleme der Mitgliedsbetriebe eingehen zu können. Der letzte Besuch führte Kammerpräsident Ulrich Bopp und Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr in den Main-Tauber-Kreis. Den vier Betrieben in Wertheim und Lauda-Königshofen brannten vor allem Themen wie Ausbildung, Fachkräftesicherung, Existenzgründung und Betriebsübergabe unter den Nägeln. Mit von der Partie war auch Paul Mendel, der die Geschäftsstelle der Handwerkskammer in Tauberbischofsheim leitet.

Familie zieht an einem Strang
Fest in Familienhand: Obermeister Roland Rücker, Ulrich Bopp, Jürgen Rücker, Sabine Rücker, Ursula Rücker, Paul Mendel und Ralf Schnörr (v.l.) in der Bäckerei Rücker in Wertheim.
Handwerkskammer/GF
Fest in Familienhand: Obermeister Roland Rücker, Ulrich Bopp, Jürgen Rücker, Sabine Rücker, Ursula Rücker, Paul Mendel und Ralf Schnörr (v.l.) in der Bäckerei Rücker in Wertheim.

Das erste Ziel war die Bäckerei Rücker in Wertheim, ein typischer handwerklicher Familienbetrieb. Hier packen alle mit an. Der Betrieb wurde 1949 gegründet. 1974 übernahm der heutige Obermeister der Bäcker-Innung Tauberbischofsheim Roland Rücker den Betrieb. Seit 2010 wird die Bäckerei in inzwischen dritter Generation von Sohn Jürgen geführt. "Die ganze Familie muss mitziehen, sonst funktioniert unser Geschäft nicht." Mutter, Vater, Ehefrau sowie zwölf weitere Mitarbeiter arbeiten im Familienunternehmen. Trotzdem startet Jürgen Rückers Arbeitstag um 2:30 Uhr in der Nacht, damit ab 6 Uhr früh den Kunden das ganze Sortiment an Backwaren, von Aprikosen-Quark-Taschen über Roggen- und Schinkenstangen bis hin zu Zwiebelkuchen, zur Verfügung steht.

Alles rund ums Holz

Die zweite Station an diesem Tag war Holzbau Dobslaff in Wertheim. Der Betrieb wurde 1950 von Zimmerermeister Rudi Dobslaff gegründet und wird inzwischen von Tochter Heidi geführt. Die gelernte Architektin setzt auf mehrere Standbeine, doch die beiden Hauptpfeiler sind die Zimmerei und die Schreinerei. Die zwölf Mitarbeitern um Zimmerermeister Jürgen Schreiner, der den Betrieb leitet und bei Holzbau Dobslaff auch einst sein Handwerk gelernt hat, machen "alles rund ums Thema Holz. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal — wir machen Sanierungsarbeiten, verlegen Parkett, bauen Treppen und machen Dachumdeckungen. Dabei können wir vom Einzelteil bis zur Kleinserienfertigung alles selbst machen", erklärt Heidi Dobslaff ihr Konzept.

Beständiges Wachstum
Große Pläne: Wilhelm Spiller (r.) führte Paul Mendel, Ralf Schnörr und Ulrich Bopp (v.l.) durch sein Autohaus in Lauda-Königshofen, das er beständig weiter ausbaut.
Handwerkskammer/GF
Große Pläne: Wilhelm Spiller (r.) führte Paul Mendel, Ralf Schnörr und Ulrich Bopp (v.l.) durch sein Autohaus in Lauda-Königshofen, das er beständig weiter ausbaut.

Danach ging es nach Lauda-Königshofen zum Toyota-Autohaus Spiller. KFZ-Mechanikermeister Wilhelm Spiller gründete den Betrieb 1979 zusammen mit einem Partner in Bad Mergentheim. 1991 zog er mit seinem Unternehmen nach Lauda-Königshofen und eröffnete dort mit mehr Platz. Dies war auch eine Initialzündung für die weitere Erschließung des Gewerbegebietes. Bereits 1999 stand die nächste Vergrößerung an und auch momentan reifen Pläne für einen weiteren Ausbau der Halle und des Verkaufsbereichs. Der Umbau soll bis April nächsten Jahres fertig sein. Sohn Jochen, der KFZ-Mechaniker und Betriebswirt ist, ist bereits im Familienbetrieb integriert. Er wird das Geschäft voraussichtlich im nächsten Jahr übernehmen.

Grabmale und Gartenkunst mit Herzblut
Steinmetz und Steinbildhauer Harald Kuhn (2. v.r.) zeigte mit seiner Frau Silke seinen Besuchern Paul Mendel (l.) und Ulrich Bopp (r.) stolz seine Grabmale.
Handwerkskammer/GF
Steinmetz und Steinbildhauer Harald Kuhn (2. v.r.) zeigte mit seiner Frau Silke seinen Besuchern Paul Mendel (l.) und Ulrich Bopp (r.) stolz seine Grabmale.

Als letzte Station stand der Besuch bei Steinmetz und Steinbildhauer Harald Kuhn in Lauda-Königshofen auf dem Programm. Er erfüllte sich zusammen mit seiner Frau Silke im Juli 2011 den Traum vom eigenen Betrieb. Auf einer Ausstellungsfläche von über 400 Quadratmetern kann man aufwändig gestaltete Grabmal-Formen und interessante Restaurationsarbeiten bewundern. "In jedem Stein steckt ein wenig Herzblut. Ich möchte etwas Individuelles schaffen und mich von anderen Betrieben aus der Branche abheben", so Kuhn. "Ich pflege die Liebe zum Detail und fertige keinen Stein ein zweites Mal an." Ein weiteres Standbein des Unternehmens ist der Bereich Gartenkunst. In naher Zukunft möchte Harald Kuhn sein Wissen und die Leidenschaft für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk auch weitergeben und ausbilden.