Thomas und Silke Muth mit Auszubildender Julia Ehmer (M.)
Marion Wurst
Thomas und Silke Muth mit Auszubildender Julia Ehmer (M.)

Vom Bürostuhl an den Frisierkopf

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 6. Februar 2017

Für Julia Ehmer war es eine bewusste Entscheidung, Friseurin zu werden. Seit 1. November 2016 absolviert sie ihre Ausbildung beim Friseursalon Muth in Heilbronn-Böckingen. Mit ihrer Berufswahl ist sie sehr zufrieden. Allerdings war es ein langer Weg bis dahin. Ein paar Umwege musste sie in Kauf nehmen, ehe sie in ihrem Wunschberuf ankam. Geholfen haben ihr dabei auch die Berater der Passgenauen Besetzung der Handwerkskammer.

Spaß am Lernen

Ursprünglich wollte Julia Ehmer einen Bürojob ausüben. Sie besuchte das kaufmännische Berufskolleg und wollte Immobilienmaklerin werden. Bald aber hat sie gemerkt, dass ihr die Schule kaum Freude machte, weil ihr der Bezug zur Praxis fehlte. Während eines Ferienjobs, wurde ihr dann endgültig bewusst, dass ihre berufliche Zukunft nicht im kaufmännischen Bereich liegen würde.

Die 19-jährige hat anschließend viel über Ausbildungsberufe recherchiert. Vor allem war es ihr wichtig, einen Beruf zu ergreifen, bei dem sie Spaß am Lernen hat. Die Tätigkeiten der Friseurin haben bestens zu ihren Vorstellungen gepasst. „Ich will mit den Händen arbeiten und nicht stundenlang still vor dem PC sitzen“, erklärt Ehmer ihre Entscheidung. Außerdem interessiert sie sich für Schönheit und Kosmetik. Mit ihrer sympathischen Art fällt es ihr leicht, auf andere Menschen zuzugehen, was gerade in dieser Branche sehr wichtig ist.

Zufriedener Betrieb

Nachdem sie den Mut gefunden hatte, das langgehegte Ziel einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich aufzugeben, hat sich Julia Ehmer bei Friseuren in der Umgebung beworben. Da sie alle Möglichkeiten nutzen wollte, eine gute Lehrstelle zu finden, suchte sie zusätzlich Unterstützung bei der der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Bei Marion Wurst und Wilfried Jürgens, Berater im Projekt „Passgenaue Besetzung“, fand sie diese.

Schon nach einem kurzen Gespräch hatte die quirlige junge Frau die Beraterin Marion Wurst überzeugt. „Ich hab sie mir schon bildlich in einem Friseursalon vorgestellt“, erzählt Wurst. „Glücklicherweise hatte ich kurz davor mit einem Betrieb Kontakt gehabt, der seit längerem einen guten Azubi sucht. Für mich war klar: hier könnte es mit Julia Ehmer klappen“, erinnert sich Marion Wurst.

Friseurmeister Thomas Muth aber zögerte zunächst, auch weil der Betrieb nicht nur gute Erfahrungen in der Ausbildung von jungen Menschen gemacht hatte. Als er Julia Ehmer dann zum Gespräch in den Salon eingeladen hatte, „war es Liebe auf den ersten Blick“, schwärmt seine Frau Silke Muth. Mit ihrer herzlichen Art hat sie das Unternehmerpaar vom ersten Moment an überzeugt. „Wir hatten nicht mehr daran geglaubt, für den Ausbildungsbeginn 2016 einen wirklich interessierten, aufgeschlossenen jungen Menschen zu finden“, erinnert sich Thomas Muth.

 Weitere Informationen

Details zum Service der Passgenauen Besetzung bei der Handwerkskammern finden Sie unter

 www.hwk-heilbronn.de/passgenau

Passende Bewerber für Betriebe

Mit der Unterstützung von Marion Wurst war es plötzlich ganz einfach. Sie erklärt das so: „Bei uns laufen die Fäden zusammen. Wir haben einen Überblick über freie Lehrstellen und außerdem einen Pool an Bewerbern. Durch ein ausführliches Gespräch mit dem Bewerber bekommen wir ein Gespür für die Person. Erst wenn der Bewerber uns überzeugt, nehmen wir Kontakt zu den Betrieben auf.“ Den Service der Passgenauen Besetzung kann der Friseurbetrieb Muth daher nur empfehlen. Der aufwändige Prozess der Bewerberauswahl wird fachmännisch von den beiden Beratern der Handwerkskammer übernommen.

Wilfried Jürgens erklärt: „ Uns ist es wichtig, den Betrieben jemand zu vermitteln, der wirklich zu ihnen passt. Das ist gut für den Betrieb, aber auch gut für den Bewerber. Nachhaltig zu vermitteln ist eines unserer wichtigsten Ziele.“

Modernes Handwerk

Ein weiteres Ziel der Passgenauen Besetzung ist, über die verschiedenen Handwerksberufe aufzuklären. Hartnäckig hält sich das Bild, dass das Handwerk von schwerer, körperlicher Arbeit geprägt ist. „Modernes Handwerk ist heute nicht mehr vergleichbar mit früher: Technisches Verständnis ist wichtiger denn je, außerdem Kundenorientierung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Marion Wurst, selbst gelernte Bäckermeisterin. „Das wichtigste Werkzeug aber ist Leidenschaft, um im Beruf Erfolg zu haben.“

Unterstützung für Betriebe und Bewerber

Das Projekt „Passgenaue Besetzung“ soll kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützen, geeignete Azubis zu finden und somit dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Betriebe und Bewerber, die den kostenfreien Service nutzen möchten, können sich direkt mit den beiden Beratern in Verbindung setzen. Das Projekt „Passgenaue Besetzung - Unterstützung von KMU bei der passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie bei der Integration von ausländischen Fachkräften“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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