Handwerkskammer

Von Bauplänen und Bildungsprojekten

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 12. Mai 2015:

Der Umbau des Gebäudes der Handwerkskammer Heilbronn-Franken ist in vollem Gange. Das zeigte sich auch bei der Frühjahrssitzung der Vollversammlung. Da im Meistersaal inzwischen die Handwerker mit der Demontage der Lüftungsanlage und dem Rückbau der Elektrik beschäftigt sind, musste das Gremium auf das Ringhotel Krone in Schwäbisch Hall-Hessental ausweichen. Auch in der Sitzung war der Umbau ein zentraler Punkt auf der Tagesordnung.

Baufortschritte

Achim Hofmann, der in der Handwerkskammer den Umbau koordiniert, informierte die Vollversammlungsmitglieder über den aktuellen Stand der Arbeiten und diverse Änderungen in den Plänen. In Zunft- und Meistersaal sind die Arbeiten in vollem Gange. Seit dieser Woche ist auch der Haupteingang zur Demontage des Glasdaches gesperrt. Besucher kommen über den Hintereingang am Frauenweg in das Kammergebäude. Änderungen ergeben sich vor allem im Zusammenhang mit der künftigen Mieterin der neuen Räumlichkeiten, der Signal Iduna Versicherungsgruppe. Diese wird aufgrund interner Umstrukturierungen statt einer Filialdirektion über zwei Stockwerke nur noch eine Geschäftsstelle mit rund 210 Quadratmetern benötigen. Deshalb soll das alte Treppenhaus auf der Alleeseite erhalten bleiben und als Eingang für die Signal Iduna dienen.

Planänderungen

Das Restaurant im Erdgeschoss wird ebenfalls nicht vollständig zurückgebaut, sondern soll zur Cafeteria für die Mitarbeiter werden. Auch bei den Baukosten gab es Veränderungen. Eine detailliertere Berechnung ergab eine Summe von 6,5 Millionen Euro – ein Ergebnis, dass rund neun Prozent höher liegt als die ursprünglichen 6 Millionen. Allerdings lagen zehn von elf Angeboten der bisher vergebenen Arbeiten unterhalb dieser Kostenberechnung. Dadurch beträgt die aktualisierte Bausumme derzeit 6,1 Millionen Euro. Diese Summe kann voraussichtlich vollständig über Rücklagen der Kammer finanziert werden.

Fachkräfte für das Handwerk

Die Fachkräftesicherung war der zweite bestimmende Themenkomplex auf der Sitzung der Vollversammlung. Dabei setzt die Kammer sowohl auf Aus- als auch auf Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Dabei spielen auch die Flüchtlinge, die immer noch zahlreich in Deutschland und der Region ankommen, eine Rolle, wie Kammerpräsident Ulrich Bopp in seinem Bericht hervorhob. Im Main-Tauber-Kreis arbeitet die Handwerkskammer derzeit bereits an einem Pilotprojekt, gemeinsam mit Landratsamt, Stadtverwaltung Wertheim, dem Welcome Center der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken (WHF) und dem Regionalverband Heilbronn-Franken. Mehr als 70 Unternehmen aus Industrie und Handwerk haben bereits Interesse daran signalisiert, Flüchtlinge zu beschäftigen. "Der Großteil davon stammt aus dem Handwerk", betonte Bopp. In den nächsten Wochen werden mit geeigneten Asylbewerbern nun persönliche Gespräche geführt, um Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikationen besser zu bewerten. Mitte Juli sollen sich Arbeitgeber und Asylbewerber dann in einer Art Speed-Dating erstmals persönlich kennen lernen. "Wir hoffen, dass beide Seiten dort fruchtbare Kontakte knüpfen und vielleicht schon das eine oder andere Praktikum vereinbaren", erklärte der Kammerpräsident. Die Projektpartner werden dort beratend zur Seite stehen.

Qualität stärken

Im Bereich der Ausbildung setzt die Handwerkskammer vor allem auf eine Stärkung der Ausbildungsqualität. Obwohl Kerstin Lüchtenborg, Leiterin der Abteilung Berufsbildung, sowohl für das gesamte vergangene Jahr (+2,2 Prozent) als auch für den Start des neuen Jahres (+12 Prozent) positive Zahlen bei den neuen Ausbildungsverhältnissen vermelden konnte. Um Betriebe, die eine gute Ausbildung leisten, zu unterstützen, hat die Handwerkskammer das Siegel "Top Ausbildungsbetrieb" entwickelt. Es wird erstmals Mitte Juli an die bereits in der Testphase beteiligten Betriebe vergeben.