Johannes Richter

Werkstatt-Tage für Flüchtlinge

Hani Omari ist gerade einmal 16 Jahre jung. Er stammt aus Syrien und hat sich von dort als Flüchtling nach Deutschland durchgeschlagen. Im Rahmen des Projektes "Werkstatt-Tage" des Bildungs- und Technologiezentrums (BTZ) der Handwerkskammer konnte er in die Berufswelt des Handwerks schnuppern.

Gemeinsam mit acht anderen jungen Flüchtlingen nahm er an der vertieften Berufsorientierung mit gleichzeitiger Vermittlung der Fachsprache für Jugendliche mit Migrationshintergrund teil.

Projekt als Beitrag zur Integration

"Wir wollen mit diesem Berufsorientierungsprojekt einen Beitrag zur Integration leisten und junge Menschen gleichzeitig auf den Weg in einen attraktiven Handwerksberuf bringen", erklärt der Leiter des Bildungs- und Technologiezentrums, Johannes Richter. "Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen."

Das  Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg sowie das  Bundesinstitut für Berufsbildung wurden kurzfristig in das Vorhaben des BTZ einbezogen und unterstützen das Projekt für die jugendlichen Flüchtlinge im Alter zwischen 14 und 17 Jahren.

"Die Jugendlichen kommen aus Albanien, Afghanistan, Serbien und Syrien", erzählt Manfred Scheer, Schulleiter der Johannes-Häußler-Schule, der die Willkommensklassen während ihrer Berufserprobung zusammen mit Fach- und Klassenlehrern koordiniert.

"Unser Ziel an der Schule ist es, die Jugendlichen so schnell wie möglich sozial und sprachlich, aber - mit Projekten wie diesem – auch beruflich zu integrieren", erläutert Scheer. Er weiß: "Ohne Deutschkenntnisse haben diese Jugendlichen keine Chance auf eine Berufsausbildung. Deutsch zu lernen und Berufe kennen zu lernen, öffnet ihnen die Tür zu einer Ausbildung."

Vom Praktikum zur Lehre

Das Projekt "Werkstatt-Tage" in vier unterschiedlichen BTZ-Lehrwerkstätten ist auf insgesamt zwei Wochen ausgelegt. Jeweils im Frühjahr und im Herbst kommen die Jugendlichen für eine Woche in die Wannenäckerstraße. "Die deutsche Sprache zu lernen und auch die Praxis der Berufe zu erfahren, steht im Mittelpunkt des Projekts", erläutert Daniel Epprecht.

Er ist einer von mehreren Ausbildern, die die Jugendlichen in den Berufsfeldern Metall, Elektro, Holz und Medien begleiten. "Wir versuchen so, die Jugendlichen auf ein Praktikum in einem Betrieb vorzubereiten, das im Idealfall zu einer Ausbildungsstelle führt", ergänzt Ausbilder Jürgen Ludreschl. Aber auch eine individuelle Unterstützung etwa durch die Berater der  Passgenauen Besetzung der Handwerkskammer sei möglich.

Für Johannes Richter ist dieses Angebot der Lehrwerkstatt jedenfalls ein wichtiger Baustein - auch zur Integration der jungen Flüchtlinge. Er sieht darin nicht nur eine gute Idee, sondern auch eine Chance: "Ich hoffe, dass die Jugendlichen diese Chance erkennen und nutzen", betont er. Der 16-jährige Hani Omari freut sich jedenfalls, in die Lehrwerkstatt kommen zu dürfen. Was er einmal beruflich machen will, das weiß er noch nicht. Wichtig ist ihm aber "zunächst gut Deutsch zu lernen und die Handwerksberufe hier in Deutschland kennenzulernen".

Deutsche Berufswelt kennenlernen

Weitere Informationen

Ein Video des Fernsehsenders L-TV vom 4. April 2017 gibt einen Einblick in die Beruforientierungsmaßnahmen des BTZ für Flüchtlinge.

Förderung

Das Projekt "Werkstatt-Tage“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg gefördert. Über 300 Schüler aus der Region nehmen daran jährlich teil.

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