Entstehung und Umgang mit Konflikten

Egal ob im Berufs- oder im Privatleben, Konflikte gibt es überall. Die Gründe dafür sind im rasanten Tempo der technischen Entwicklung ebenso zu sehen wie in der Veränderung der hierarchischen Strukturen. In fast allen Bereichen ist Teamarbeit gefragt, um das Arbeitsergebnis zu optimieren. Mehrere Generationen arbeiten mit unterschiedlichen Erfahrungen, Meinungen und Kenntnissen am gemeinsamen Ziel. So kann es zu Meinungsverschiedenheiten kommen, die sich zu einem zerstörerischen Konflikt entwickeln können.

Konflikte bieten jedoch ebenso die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Entscheidend ist die Einstellung zu Auseinandersetzungen und die Art und Weise der Konfliktbearbeitung. Wenn ein Konflikt nicht grundsätzlich als negative Erscheinung betrachtet wird, können auftretende Differenzen genutzt werden, um Widersprüche zur Sprache zu bringen und Probleme für die Beteiligten nutzbringend zu lösen. Alle aus Sicht einer Gruppe relevanten Gesichtspunkte müssen dargelegt werden. Nur so hat jeder Beteiligte das Gefühl, am Gesamtprozess teilzuhaben, ist bereit sich einzubringen und sich mit seiner Tätigkeit und dem Betrieb identifizieren.

Beispiel: Ein Lehrling erscheint jeden Morgen mit einer anderen Ausrede zu spät zur Arbeit. Der Ausbilder ärgert sich über die Disziplinlosigkeit des Auszubildenden. Er glaubt dem Lehrling nicht, außerdem muss er den schwierigen Kunden anrufen und sich für die Verspätung entschuldigen. Die Mitarbeiter wollen den jungen Mann nicht mehr mit auf ihre Baustelle nehmen. Jeden Morgen müssen sie auf ihn warten und sind dementsprechend abends mit ihrer Arbeit später fertig. Sie würden ihrem Lehrling gerne anspruchsvolle Tätigkeiten auftragen, haben aber das Gefühl, dass er unzuverlässig ist und sie ihm nichts anvertrauen können.

Der Auszubildende hat in diesem Fall nicht erkannt, was hinter seiner Verpflichtung, die er im Ausbildungsvertrag zugesichert hat, steht. Er fühlt sich unbedeutend, nicht dazu gehörend und ist sehr unsicher in seinem Auftreten. Ihm ist nicht klar, dass auch er am reibungslosen Betriebsablauf beteiligt ist. Deshalb fällt es ihm schwer, sich als Mitglied eines Teams zu sehen, dessen Beitrag so wichtig ist wie die Arbeit jedes anderen Mitarbeiters. Ihm ist nicht klar, dass ihm erst dann schwierige Aufgaben übertragen werden, wenn er seine Aufträge verantwortungsvoll erledigen kann. In einem unmittelbaren, sachlichen Gespräch ohne persönliche Angriffe oder Kränkungen kann jeder Beteiligte seinen Standpunkt, auch die Enttäuschung und den Ärger mitteilen und eine Veränderung fordern oder sie erbitten.

Die Erfahrung etwas bewirken zu können, stärkt das Selbst- und das Verantwortungsbewusstsein. Die offene Aussprache, in der ein Verhalten kritisiert, die Person jedoch akzeptiert wird, fördert die Bereitschaft sich zu engagieren und Kritik als hilfreiche Unterstützung anzunehmen.
Die Dynamik von Konfliktenweiter
Miteinander redenweiter
Richtig streitenweiter
Konfliktlösungsverfahrenweiter
Service im Überblick