Anleiten und Fördern von Auszubildenden
Ein junger Mensch, der die allgemein bildende Schule abgeschlossen hat und jetzt mit einer Ausbildung beginnt, steht vor einem neuen Abschnitt seines Lebens. Angenommen er ist interessiert, wissbegierig und hoch motiviert, so kann sich sicher jeder Erwachsene vorstellen, dass da trotzdem auch eine ganze Menge Angst mitspielt: Angst vor der Zukunft oder Angst, den Ansprüchen des Meisters und der Kollegen nicht gerecht zu werden; eben Angst vor dem Unbekannten das auf ihn zukommt.
In der Schule war der Jugendliche in einer Gruppe, in der die sozialen Strukturen über lange Zeit gewachsen sind und jeder Mitschüler seinen „sicheren“ Platz hatte. Mit dem Beginn der Ausbildung verändert sich alles. Die Abläufe, die in einem Betrieb von einem gut eingespielten Team scheinbar mühelos durchschaut und routiniert durchgeführt werden, sind für einen Lehrling zu Beginn der Ausbildung nicht zu überblicken. Nach und nach wird er die Struktur des Betriebes, die dort üblichen Arbeitsgänge und auch die sozialen Strukturen kennen lernen und aufnehmen.
Der Lehrling braucht einen festen Platz im Betrieb. Das heißt zum Beispiel, dass er die Verantwortung für die Erledigung einer bestimmten Aufgabe übertragen bekommt. Dazu gehört die Erklärung der Tätigkeit, die Erläuterung der Wichtigkeit dieser Tätigkeit für den Betriebsablauf, die ausdrückliche Übertragung der Verantwortung und natürlich auch die regelmäßige Kontrolle durch den Ausbilder. Unverzüglich können so wirksame Korrekturen angebracht und gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden.