Meisterfeier 2010
229 Handwerkerinnen und Handwerker aus 12 Berufen wurden am 16. April 2010 im Rahmen der Meisterfeier der Handwerkskammer Heilbronn-Franken in den Meisterstand erhoben. Zahlreiche Gäste aus Handwerk, Politik und Wirtschaft sowie Verwandte und Freunde waren dabei, als die Jungmeister in der Heilbronner Harmonie ihre Meisterbriefe erhielten. Die a-cappella-Gruppe Mundartmonika aus Neckarsulm sorgte für die musikalische Umrahmung der Feier.
Meisterbrief: Hoher Wert und Akzeptanz bei Kunden
Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer betonte in seiner Begrüßung: "Dass die Meisterprüfung im Handwerk eine so große Bedeutung hat, liegt am hohen Wert des Meisterbriefes. Er ist Bildungsziel und sozialer Aufstieg in einem." Darüber hinaus sei die Akzeptanz der Kunden viel größer, wenn im Salon, im Atelier, im Büro oder in der Werkstatt ein Meisterbrief hänge. Unabhängig davon, ob dieser vom Gesetz vorgeschrieben ist oder nicht.
Gute Zukunftschancen für Jungmeister
Reinhard Frank, Landrat des Main-Tauber-Kreises, hielt das Grußwort für die Gäste. Auch er sagte den Jungmeistern beste Zukunftsaussichten voraus: "Als Meister Ihres Handwerks und insbesondere als selbstständiger Handwerksmeister haben Sie beste Chancen für Ihren eigenen wirtschaftlichen Erfolg und Ihre persönliche Unabhängigkeit." Die Meisterfeier zeige, dass es tolle junge Menschen gebe, die motiviert und fleißig sind.
Handwerk: Arbeit und Person eng verbunden
Auf die besondere Arbeitssituation im Handwerk ging der Heilbronner Prälat Hans-Dieter Wille in seiner Festrede ein. Auch wenn die Rationalisierung das Handwerk im großen Stil erfasst habe, erinnere das Wort "Handwerk" daran, dass es Arbeitsvorgänge und Dienstleistungen gibt, die nicht durch einen Apparat per Knopfdruck erledigt werden können. Zum Handwerk gehöre eine Person. Die Arbeit und die Person seien im Handwerk in einer Weise aufeinander bezogen, wie es in vielen anderen Branchen kaum mehr möglich sei. Gleichzeitig erinnerte er die neuen Meister an ihre Vorbildfunktion zum Beispiel gegenüber Lehrlingen. Für Kirche und Handwerk gelte dabei gleichermaßen: "Überzeugend können wir nur sein, wenn wir als verlässlich und glaubwürdig erlebt werden."
Wissen und Kommunikation wichtig für Handwerksmeister
Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, gab den Jungmeistern die Erfahrung mit auf den Weg, dass der Erwerb von Wissen nur halb so viel Wert ist, wenn die Fähigkeit zur Kommunikation nicht hinzukommt. Nicht nur in der Politik, auch in der Wirtschaft komme es auf die richtige Wortwahl und korrekte Kommunikation an.
Frank Ströbel erhält Meisterpreis
Stellvertretend für die 229 Jungmeisterinnen und Jungmeister sprach der Jahrgangsbeste Frank Ströbel aus Ellhofen ein Grußwort. Der 24-jährige Elektrotechnikermeister hat den Aufwand für den Meisterbrief nicht bereut: "Das Handwerk ist eine großartige Sache. Wir haben alle Möglichkeiten!" Als Jahrgangsbester wurde Frank Ströbel außerdem mit dem Meisterpreis des Versorgungswerks der im Bezirk der Handwerkskammer Heilbronn-Franken zusammengeschlossenen Innungen e.V. ausgezeichnet. Der Meisterpreis möchte Eigeninitiative anerkennen und fördern und ist mit einer Urkunde sowie einem Geldbetrag in Höhe von 2.500 Euro dotiert.
Frauenförderpreis für Weinküferin Bianca Spahlinger
Die 31-jährige Bianca Spahlinger aus Güglingen legte die Meisterprüfung im Weinküferhandwerk ab und erreichte das beste Prüfungsergebnis unter allen weiblichen Jungmeistern. Sie wurde mit dem Frauenförderpreis ausgezeichnet, der von der Heilbronner IKK classic vergeben wird und mit 1.000 Euro dotiert ist.
Eine Liste aller neuen Meisterinnen und Meister und der ausgezeichneten Prüfungsbesten steht am Seitenende zum Download bereit. Die Statistik zur Meisterprüfung gibt einen Überblick über die Anzahl der Prüfungen in den einzelnen Handwerksberufen.