Ein Mann mit Brille in Mütze, Winterjacke und Handschuhen greift arbeitet an einer Landmaschine und lächelt in die Kamera.
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Acht erste Landessieger aus der Region

Junge Handwerker aus der Region Heilbronn-Franken behaupteten sich erfolgreich im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW) auf Landesebene.

Im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Landesebene (PLW) treten die besten Nachwuchshandwerker aller acht Handwerkskammern in Baden-Württemberg gegeneinander an. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Landessieger in diesem Jahr vornehmlich über das Ergebnis der Abschluss- und Gesellenprüfung ermittelt. Dabei waren viele junge Handwerker aus der Region erfolgreich: Acht Teilnehmer sicherten sich den ersten Platz und wurden Landessieger ihres Berufs. Weitere fünf Teilnehmer erreichten den zweiten und drei einen dritten Platz.

Überrascht aber stolz

Die beste Nachwuchs-Fotografin im Land ist Tanea Sommer aus Bad Friedrichshall. Schon als Kind hat die 21-Jährige gerne mit der Kamera ihres Vaters fotografiert. Später war ihr Hund dann ihr liebstes Fotomodell. „Das Handwerk in einer Ausbildung richtig zu erlernen, war mir aber trotzdem wichtig“, betont sie. Die Ausbildung hat sie im Studio foto-gen bei Fotografenmeisterin Ingrid Neloski in Bad Rappenau erfolgreich absolviert. Mit dem Sieg auf Landesebene hatte Tanea Sommer aber nicht gerechnet. „Ich bin positiv überrascht und natürlich stolz“, sagt sie – wobei ihre Eltern vermutlich noch stolzer seien. Trotz der Liebe zur Fotografie möchte sie nun erstmal einen anderen Weg gehen: Grundschullehrerin. „In der Schule wollte ich das nie werden, aber in meiner Ausbildung waren die Tage, an denen wir Einschulungsfotos gemacht haben, mit die besten“, lacht sie. Als Fotografin möchte sie aber weiter nebenberuflich arbeiten – mit dem Schwerpunkt Tierfotografie.

Eine junge blonde Frau hält eine Profi-Kamera in der Hand und hat sich halb zum Fotografen umgedreht. Hintergrund unscharf.
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Faszination Landtechnik

Bester Land- und Baumaschinenmechatroniker Baden-Württembergs wurde Franz Kornder. In seinem Ausbildungsbetrieb, der Kappes GmbH in Niederstetten, war die Freude darüber fast größer als bei ihm: „Mein Arbeitgeber und die Kollegen haben sich richtig gefreut, weil sonst meistens Teilnehmer großer Landtechnik-Konzerne gewinnen“, so der 26-Jährige. Ein halbes Jahr hat er noch im Betrieb als Geselle gearbeitet. Inzwischen ist er in seinen Erstberuf Landwirt an den heimischen Hof zurückgekehrt – mit genügend Fachwissen um kaputte Traktoren und Erntemaschinen selbst wieder flott zu bekommen. „Aber auch persönlich hat mich die Ausbildung weitergebracht, etwa durch den Kundenkontakt“, betont Kornder. Dazu sei er schon von klein auf von der Landtechnik fasziniert gewesen. „Wie alles auf den Millimeter genau zusammenpasst und funktioniert finde ich spannend“, schwärmt er.

Mit Engagement und Leidenschaft für den Beruf

Mit dem Landessieg hat Orthopädietechnik-Mechanikerin Clara Sophie Grohmüller gar nicht gerechnet. „Bei meiner Gesellenprüfung ist einiges schiefgegangen. Da war ich einfach nur froh, als es vorbei war“, erinnert sich die 27-Jährige. Zudem fand vor der Prüfung wegen Corona der Berufsschulunterricht nur online statt – für sie keine idealen Bedingungen: „Ich lerne einfach besser in der Gruppe“, so Grohmüller. Familie und Kollegen im Sanitätshaus Ziegler in Schwäbisch Hall sind aber sehr stolz und waren von ihrem Erfolg nicht überrascht – wegen ihres großen Engagements und der Leidenschaft für ihren Beruf. Dabei hatte Clara Sophie Grohmüller zunächst andere Pläne: Sie studierte Freie Kunst, merkte aber schnell, dass es nicht das Richtige war. „Ich wollte mit den Händen arbeiten“, sagt sie. Außerdem habe Kunst oft ein Legitimationsproblem. „In der Orthopädietechnik hat meine Arbeit immer einen Sinn. Ich kann Menschen damit helfen. Das ist eine schöne Belohnung“, betont sie. Deswegen möchte sie auch erst mal in ihrem Ausbildungsbetrieb bleiben und weiter Erfahrungen sammeln.

Eine junge Frau mit Lippenpiercing steht in einer Werkstatt. Sie trägt Jeans & T-Shirt und hält eine Orthese vor sich.
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Glückwünsche per Video

Aufgrund der Corona-Pandemie muss die Ehrungsfeier für die Landessieger in diesem Jahr leider ausfallen. Persönliche Glückwünsche von Kammerpräsident Ulrich Bopp und Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr gibt es für sie trotzdem – per Videobotschaft. Außerdem wird ihre Leistung mit kleinen Geschenken in Form von Gutscheinen belohnt. Für die ersten Landessieger geht der Wettbewerb auf Bundesebene weiter.