Zwei junge Männer und eine junge Frau stehen auf der Bühne vor einer orangen Wand und lächeln in die Kamera.
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Die nächste Generation feiert ihre Erfolge

Die Sieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2018 (PLW) wurden bei der Ehrungsfeier der Handwerkskammer ausgezeichnet.

Knapp 400 Gäste feierten am 5. Dezember die besten jungen Handwerker aus der Region. Bei der Ehrungsfeier der Handwerkskammer für die Sieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2018 wurden 39 Teilnehmer für ihre Erfolge ausgezeichnet. Kammerpräsident Ulrich Bopp gratulierte allen Siegern und prophezeite ihnen eine erfolgreiche Zukunft: "Sie sind die Besten der Besten, die Elite des Handwerks", betonte Bopp.

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Begeisterung weitergeben

Ähnlich lautete die Botschaft des Gastredners: Zimmerermeister Paul Robben, auf   YouTube besser bekannt als Nerdy Timber. Er nahm seinen eigenen Werdegang als Beispiel: Im Gymnasium „mehr schlecht als recht“ durchgekommen, fühlte er sich im Handwerk gleich wohl. Danach sammelte er Erfahrungen und startete nebenbei seinen erfolgreichen YouTube-Kanal, auf dem er in vier Jahren mehr als 100 Videos veröffentlicht hat, die über eine Million Mal aufgerufen wurden. Sein Ziel: Leute, für das Handwerk zu begeistern. Durch die Kommentare zu seinen Videos und den Austausch mit den Abonnenten seines Kanals weiß er, dass das immer wieder funktioniert. Deshalb forderte er die jungen Handwerker auf „Verliert nie eure Begeisterung und gebt diese an andere weiter.“

Ehrungsfeier Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2018 in Pfedelbach; Bundessieger; Kammerpräsident
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Beste Sattlerin

Bei Sattlerin Sonja Keller stieß Paul Robben mit dieser Botschaft wohl auf offene Ohren. „Die Arbeit mit dem Material Leder begeistert mich“, erklärt sie ihre Entscheidung für den Beruf. Deshalb hat die 20-Jährige schon während der Schulzeit nach einem Praktikum in einer Reitsportsattlerei gesucht. Fündig wurde sie bei Steffen Würtz in Brackenheim. „Nach dem Praktikum habe ich auch in den Ferien immer wieder dort gearbeitet“, sagt Keller. 2015 begann sie ihre Ausbildung dort, die sie in diesem Jahr nicht nur erfolgreich abschloss, sondern auch noch mit dem ersten Platz im Leistungswettbewerb auf Bundesebene sowie im Sonderwettbewerb „Gute Form“ krönte. Ihr Siegerstück, eine Ledertasche, trägt die junge Frau aus Ölbronn-Dürrn mit sich: „Über die Gestaltung konnten wir frei entscheiden. Aber wir mussten alles von Hand nähen“, betont sie. Nun möchte Sonja Keller erstmal als Gesellin weiter bei ihrem Ausbilder Steffen Würtz arbeiten. „Irgendwann mache ich bestimmt meinen Meister und könnte mir auch einen eigenen Betrieb vorstellen.“

Ehrungsfeier Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2018 in Pfedelbach; Bundessieger; Kammerpräsident
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Gute Grundlage

Steinmetz Julian Wally ist ebenfalls als Geselle seinem Ausbildungsbetrieb treu geblieben. „Ich bin derzeit viel auf Montage und kann so Erfahrung sammeln“, erklärt der 21-Jährige. Irgendwann will er in den elterlichen Betrieb einsteigen, der auch bei der Entscheidung für den Steinmetzberuf eine Rolle spielte. Denn nach dem Abitur war für ihn nur klar, dass er nicht studieren wollte. „Eine Ausbildung ist eine gute Grundlage – vor allem im Baubereich“, ist er sich sicher. Von seiner Heimat Siegelsbach verschlug es ihn nach Crailsheim zur SDC Steinsanierung Denkmalpflege. Eine gute Entscheidung – schließlich wurde er dort zum besten Gesellen seiner Zunft. Der Wettbewerb in Mainz war jedoch auch für ihn alles andere als einfach: „Wir hatten nur fünf Stunden, um ein Profilstück von Hand herzustellen. Mit der Zeitvorgabe sind wir ganz schön in die Bredouille gekommen“, erinnert er sich. Trotzdem sicherte sich Wally den ersten Platz sowohl im Leistungswettbewerb als auch mit seinem Gesellenstück, einer Spitzbogenvariation, im Sonderwettbewerb „Die gute Form“.

Ehrungsfeier Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2018 in Pfedelbach; Bundessieger; Kammerpräsident
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Aus Tradition und Leidenschaft

Der beste Schornsteinfegergeselle in Deutschland wurde Dominik von Kopp-Ostrowski. Kein Wunder: Der 21-Jährige stammt aus einer wahren Schornsteinfegerdynastie. Vater, Mutter, Bruder, Opa – alle sind Schornsteinfeger. „Aus Tradition wurde dann Leidenschaft“, lacht von Kopp-Ostrowski. Und die führte schließlich zum Erfolg im Wettbewerb mit neun seiner Kollegen in Sankt Augustin. „Es war aber knapp. Ich hatte nur 8 Punkte Vorsprung“, betont der Schwäbisch Haller. Eine Herausforderung für ihn war etwa das Überprüfen von Lüftungsanlagen. „In Baden-Württemberg ist das nicht Teil der Arbeit von Schornsteinfegern“, erklärt er. Derzeit besucht Dominik von Kopp-Ostrowski die Meisterschule in Ulm. Ende nächsten Jahres möchte er seinen Meister in der Tasche haben. Danach soll es weiter zum Studium der Energie- und Gebäudetechnik gehen. Einen Job in der Entwicklung oder Beratung kann er sich gut vorstellen. Die Ausbildung zum Schornsteinfeger war ihm trotzdem wichtig – schließlich kann er in diesen Beruf immer zurückkehren.

Ehrungsfeier Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2018 in Pfedelbach; Bundessieger; Kammerpräsident
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Top-Ausbildungsbetriebe

Nicht nur die besten Gesellen auch die besten Ausbildungsbetriebe der Region wurden bei der Feier geehrt. Acht Betriebe bekamen dort das Qualitätssiegel „Top Ausbildungsbetrieb 2018“ der Handwerkskammer. „Wer konkurrenzfähig sein möchte, gerade auch im Wettbewerb um gute Fachkräfte, muss ins Thema Ausbildung investieren“, betonte Präsident Ulrich Bopp. „Diese Betriebe haben bewiesen, dass das Thema bei ihnen einen großen Stellenwert hat und die Auszubildenden dort eine hervorragende Ausbildung genießen.“ Um das Ausbildungssiegel zu bekommen, durchläuft jeder Betrieb eine ausführliche Analyse und muss festgeschriebene Qualitätskriterien erfüllen. Erstmals verliehen wurde das Ausbildungssiegel der Kammer im Jahr 2015. Inzwischen gibt es insgesamt 41 „Top-Ausbildungsbetriebe“ im Kammergebiet.

 Weitere Informationen

Mehr über das Ausbildungssiegel der Handwerkskammer:

 Qualitätssiegel Top-Ausbildungsbetrieb