Viele Autos sowie S-Bahn im Stuttgarter Stadtverkehr.
Juergen Faelchle, Shutterstock

Fahrverbote in Stuttgart: Was Handwerker beachten müssen

Mit Jahresbeginn 2020 gelten in Stuttgart neue Regelungen zu den Fahrverboten für Dieselfahrzeuge. Was ändert sich?

Weiterhin gilt das seit Jahresbeginn 2019 eingeführte Fahrverbot für Dieselfahrzeuge der Schadstoffklassen Euro 1-4/I-IV im Stuttgarter Stadtgebiet - mit den bekannten Ausnahmeregelungen für Handwerker.

Neuregelungen für Hauptzufahrten

Der neue Luftreinhalteplan für Stuttgart verhängt ab dem 1. Januar 2020 ganzjährige Fahrverbote für PKW der Schadstoffklasse 5/V auf folgenden Strecken:

  • B14 (Am Neckartor) von der „ADAC-Kreuzung“ bis zur Kreuzung Cannstatter Str./Heilmannstraße
  • B14 (Hauptstätter Straße) vom Österreichischen Platz bis zum Marienplatz
  • B27 (Heilbronner Straße) von der Kreuzung Kriegsbergstraße bis zur Kreuzung Wolframstraße
  • B27 (Charlottenstraße, Hohenheimer Straße, Neue Weinsteige) von der Kreuzung Obere Weinsteige/Jahnstraße bis zum Charlottenplatz

Die Fahrverbote gelten in beiden Fahrtrichtungen und für alle Diesel-PKW unterhalb der Abgasnorm Euro 6. Für die streckenbezogenen Fahrverbote gibt es keine pauschale Ausnahmeregelung mehr.

Folgende Fahrzeuge fallen nicht unter das Fahrverbot:

  • Lkw ab der Abgasnorm Euro 5/V (erkennbar im Fahrzeugschein im Feld J als N1, N2 oder N3)
  • Pkw mit alternativen Antrieben (zum Beispiel Hybridfahrzeuge)
  • Benziner
  • Pkw ab der Schadstoffklasse 6
Ausnahmen von den Fahrverboten

Von den Fahrverboten ausgenommen sind:

  • Kfz mit Soft- oder Hardware-Nachrüstung
  • Kfz mit einem Ausstoß von weniger als 270 Milligramm Stickstoffoxiden pro km
  • als Pkw zugelassene Handwerker- und Lieferfahrzeuge zwischen 2,8 und 7,5 t, die eine der oben beschriebenen Bedingungen erfüllen
  • Anlieger (bis zum 31. Dezember 2021)

Was bisher und weiterhin gilt

Seit 1. Januar 2019 gilt ein ganzjähriges Fahrverbot für Dieselmotoren der Schadstoffklassen 1-4/I-IV im Stuttgarter Stadtgebiet.

Für Handwerker gelten folgende Ausnahmeregelungen:
  • Handwerker dürfen dank einer Allgemeinverfügung weiterhin fahren. Sie brauchen im Gegensatz zu anderen Fahrern keine Ausnahmegenehmigung zu beantragen.
  • Voraussetzung dafür ist der Transport von Material oder Werkzeugen, die unbedingt vor Ort sein müssen.
  • Die Fahrzeuge müssen eine grüne Plakette besitzen.
  • Handwerkerfahrzeuge sollten beim Parken gekennzeichnet werden. Fahrzeuge, die dem Handwerk angehören und rein optisch als solche zu identifizieren sind, haben keine Bußgelder zu erwarten. Sofern sich keine Firmenwerbung auf den Fahrzeugen befindet empfiehlt die Kammer, eine Kopie der Handwerkskarte hinter die Windschutzscheibe zu legen.

 Weitere Informationen zum Diesel-Verkehrsverbot

Die Stadt Stuttgart hat eine Internetseite mit allen Informationen sowie Fragen und Antworten zum Diesel-Verkehrsverbot eingerichtet:  Informationen zum Diesel-Verkehrsverbot

Autos im Stau
Michael von Aichberger, Shutterstock

Katalysator-Nachrüstung von Handwerker- und Lieferfahrzeugen

Es gilt die Empfehlung: Wenn Nachrüstungen zur Verfügung stehen, sollte diese vorgenommen werden.

Tipp

Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur fördert die Hardware-Nachrüstung von Handwerker-Fahrzeugen mit Dieselmotoren. Der aktuelle und dritte Förderaufruf läuft zunächst noch bis Ende Oktober 2020.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Förderrichtlinien sowie zur Antragstellung:  Fördermöglichkeiten für Hardware-Nachrüstungen

Handwerkskammer, Heilbronn-Franken, Mitarbeiter, 2015, Unternehmensberatung, Uwe Schopf Foto Haass
Allee 76
74072 Heilbronn
Tel. 07131 791-175
Fax 07131 791-2575
Uwe.Schopf--at--hwk-heilbronn.de