Motorradfahrer mit Helm und Rennanzug auf einem Motorrad. Zwei Frauen halten Sonnenschirme über ihn. Im Hintergrund Menschen.
FW-Fotografie & Design / Felix Wiessmann

Karriere mit Vollgas

Für Zweiradmechaniker Fabian Kraft ging es nach seinem Erfolg beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks steil bergauf.

Eigentlich wollte Fabian Kraft 2014 gar nicht mehr als Zweiradmechaniker arbeiten. Dabei hatte er sich seit er klein war für Motorräder interessiert und sich diesen Beruf gezielt ausgesucht. Heute ist der 24-Jährige als Mechaniker eines Rennteams auf der ganzen Welt unterwegs – dank seiner Teilnahme am Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks.

Durchmarsch im Wettbewerb

"Die Verdienstaussichten nach der Ausbildung waren nicht besonders gut", erklärt der 24-Jährige, warum er sich von seinem Wunschberuf abgewandt hatte. Doch in der Prüfung schnitt er so gut ab, dass er im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks (PLW) erst zum Kammersieger und dann zum Landessieger wurde. Beim Bundeswettbewerb in Freiburg mussten sechs Aufgaben  in jeweils 45 Minuten gelöst werden. Dazu gab es Fragen von den Prüfern und ein Fachgespräch. "Im Gegensatz zu vielen anderen hatte ich keine hohen Erwartungen und bin heute immer noch überrascht, dass ich Erster wurde", erinnert sich Kraft. 

Stipendien als Starthilfe

Trotzdem gab Fabian Kraft nach der Ausbildung seinen Traumberuf auf und arbeitete in einem Bauunternehmen. Das Weiterbildungsstipendium, das man als Bundessieger bekommen kann, nutzte er, um nebenbei den Meister in Freiburg zu machen. Immerhin konnte er dadurch rund 80 Prozent der Weiterbildungskosten sparen. Als Bundessieger lud ihn außerdem BMW Motorrad Deutschland  für ein Rennwochenende an den Lausitzring ein. Dabei durfte er auch in der Box mit anpacken und hinterließ so einen guten Eindruck, dass er für die nächste Saison als Mechaniker angeheuert wurde.

In der Welt unterwegs

Ein Traumjob? Ja, aber am Anfang ganz schön stressig. "Für die Einsätze an der Rennstrecke ging immer mein gesamter Urlaub  drauf", sagt Fabian Kraft. Denn bereits donnerstags war er an der Rennstrecke, um Box und Motorräder vorzubereiten. Nach dem Rennen ging es am Sonntagabend wieder nach Hause. Seit letztem Jahr arbeitet Kraft aber als Zweiradmechaniker bei Alpha Racing im bayerischen Stephanskirchen. Dort entwickelt und baut er Teile für den Motorradrennsport und wird für seine Einsätze an der Rennstrecke freigestellt. Als Mechaniker im Alpha Racing Van Zon BMW-Team in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) betreut er den 23-jährigen Fahrer Julian Puffe. Außerhalb der Rennsaison ist er auch schon mal im Ausland im Einsatz. In Malaysia oder im australischen Adelaide war er zuletzt. 

Ein junger Mann in einem dunkelblauen Polohemd mit Schriftzügen blickt in die Kamera und lächelt. Hintergrund ist unscharf.
privat

In der Region daheim

An jedem freien Wochenende zieht es ihn aber zurück in den Main-Tauber-Kreis. "Daheim bin ich einfach da, wo ich herkomme", sagt Fabian Kraft. Die rund 400 Kilometer von Stephanskirchen ins heimische Grünsfeld nimmt er gern in Kauf.

"Ich hatte einfach Glück und zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute getroffen", sagt Fabian Kraft bescheiden. Große Zukunftspläne schmieden ist ohnehin nicht so sein Ding. "Wenn mir vor ein paar Jahren jemand erzählt hätte, dass ich Mechaniker eines Rennsportteams werde, hätte ich ihm das nicht geglaubt." 

>> Daheim bin ich einfach da, wo ich herkomme. <<

Fabian Kraft, Zweiradmechaniker

 Weitere Informationen

  Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks