Eine junge Frau schneidet einer anderen die Haare.
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Mehr zulassungsfreie Handwerksbetriebe

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 11. Februar 2020

So viele Handwerksbetriebe wie noch nie und wieder weniger qualifikationspflichtige Unternehmen, so lautet die jüngste Bilanz der Handwerkskammer Heilbronn-Franken für das Jahr 2019. Genau 12476 Betriebe sind es mittlerweile in der Region. Insgesamt 34 zulassungspflichtige sind dagegen weggefallen: Ende 2019 waren es noch 7934. Der Bestand an zulassungsfreien Handwerksbetrieben erhöhte sich in 2019 um über drei Prozent. Inzwischen zählt die Kammer 2491 Betriebe in diesem Bereich. Ganz ähnlich präsentiert sich die Situation bei den handwerksähnlichen Gewerken: Hier zeigt sich ein Zuwachs von 54 neuen Unternehmen auf insgesamt 2044. 

Betriebsnachfolger und Meister fehlen

„Wir haben zweifellos den höchsten Stand an selbstständigen Handwerkern seit Bestehen unserer Kammer. Wir sehen dennoch die Entwicklung, dass es immer weniger zulassungspflichtige Betriebe gibt. Viele Betriebe hören auch auf, weil sie keinen Nachfolger finden“, sagt Martin Weiß, der für die Eintragung der Betriebe in die Handwerksrolle zuständig ist. Zulassungspflichtig bedeutet, der Gründer muss den Meistertitel oder eine vergleichbare Qualifikation in seinem Handwerksberuf nachweisen, um sich selbstständig zu machen. 

Kleinere Betriebe verschwinden 

„Leider ist der Rückgang in diesem Bereich nichts Neues, sondern eine Tendenz, die wir seit Jahren sehen“, bilanziert Weiß. Einen Grund hierfür sieht er im Konzentrations-Prozess, von dem vor allem das Lebensmittel stark betroffen ist: „Die kleineren Betriebe werden häufig von den größeren geschluckt, das sehen wir auch hier in der Region: So kaufen zum Beispiel Bäckerei-Filialisten kleine Unternehmen auf und machen daraus eine weitere Filiale. Doch auch die Discounter-Preise machen kleinen Lebensmittel-Betrieben zu schaffen, denn da können sie nicht mithalten.“ 

Trend zu mehr Regionalität und Nachhaltigkeit 

Dennoch ist der Rechtsexperte der Kammer zuversichtlich, dass sich hier etwas ändern könnte: „Viele Konsumenten sind inzwischen bereit mehr auszugeben, wenn die Produkte regional und nachhaltig sind. Das hat mit dem steigenden Bewusstsein für die Umwelt und das Klima zu tun, ein Trend, den es seit ein paar Jahren gibt. Dadurch behaupten sich auch Slow-Baker und Bio-Metzger erfolgreich am Markt.“ 

 Information

Diese Zahlen und weitere finden Sie in der ausführlichen  Betriebsstatistik der Handwerkskammer Heilbronn-Franken.