Ein Auto auf einem Parkplatz. An der Motorhaube steht angelehnt eine Frau, an der Fahrertür ein Mann, lächeln in die Kamera.
Laura Juric

Mit einem Anruf zum Ausbildungsplatz

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 6. November 2020

Eigentlich war für Ibrahim Ilik alles klar: eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker sollte es sein. Über ein Praktikum hatte er seinen Ausbildungsbetrieb gefunden und das erste Lehrjahr bereits absolviert. Dann der Schock: Insolvenz. Die Ausbildung in einem der beliebtesten Berufe im Handwerk war plötzlich geplatzt. Was tun? Bei der Agentur für Arbeit rät man dem 20-Jährigen sich an die Handwerkskammer zu wenden. So landet er bei Peter Bauer. Gemeinsam mit seiner Kollegin Lisa Büchele ist Bauer Berater des Programms Passgenaue Besetzung bei der Handwerkskammer. „Eigentlich können wir bei Kfz-Mechatronikern nur abwinken“, erinnert sich Bauer. Die Ausbildungsplätze seien meist alle frühzeitig besetzt, kurzfristig sei da nichts zu machen. Doch in diesem Fall greift er doch zum Telefon. Mit Erfolg – drei Zusagen bekommt Ibrahim Ilik von Betrieben, seine Ausbildung bei Ihnen fortzusetzen. „Das hat mich überrascht. Ich hatte damals fast zwei Jahre nach einem Ausbildungsplatz gesucht“, freut sich der Neckarsulmer. Entschieden hat er sich für die Hans Pischinger GmbH in Neckarsulm. „Da habe ich mich gleich am wohlsten gefühlt“, so Ilik.

Direkter Draht zu Ausbildungsbetrieben

„Das ist ein großer Vorteil der passgenauen Besetzung“, unterstreicht Lisa Büchele. Die Berater kennen viele Handwerksbetriebe, haben den direkten Draht zu ihnen und können schnell Kontakt herstellen. Dabei helfen die Berater auch, die Berufe zu finden, die zu den eigenen Fähigkeiten passen. Sie zeigen Alternativen zu Wunschberufen auf oder geben Tipps für die Bewerbungsunterlagen. Fälle, wie der von Ibrahim Ilik, beschäftigen die beiden Berater derzeit häufiger: Wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit werden manche Ausbildungsverhältnisse gelöst oder kommen doch nicht zustande. Doch beide Berater betonen: Es gibt auch jetzt noch die Möglichkeit, in eine Ausbildung oder ein Praktikum zu starten. Wichtig sei aber, flexibel zu bleiben: „Wer gerne schraubt, sollte etwa statt des Kfz-Mechatronikers auch mal den Land- und Baumaschinenmechatroniker ins Auge fassen“, erklärt Peter Bauer.

Ausbildung bringt weiter

Auch für Betriebe auf der Suche nach Auszubildenden sind die beiden Berater da. In Zeiten der Corona-Pandemie waren sie diesen Sommer sehr gefragt. „Nachdem kaum Berufsorientierung an Messen oder an Schulen stattfinden konnten, haben viele noch kurzfristig nach Azubis gesucht“, so Bauer. Dazu komme, dass viele Schulabgänger in der Krise lieber weiterführende Schulen besuchen, statt in einen Beruf zu starten – teilweise sogar ohne Not. „Wer einen guten Haupt- oder Realschulabschluss hat, kann mit einer Ausbildung mehr erreichen als mit einem weiteren Schulabschluss“, betont Peter Bauer.

Handwerkskammer, Heilbronn-Franken, Mitarbeiter, 2019, Peter Bau teamfoto GmbH Thomas Weckler

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