Ein älterer Mann mit einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz schneidet die Spitzen der langen braunen Haare einer Kundin.
Sascha Schneider

Neue Regeln für Friseure und körpernahe Dienstleistungen

Änderung der Corona-Verordnung zum 3. Mai: Welche Tests zulässig sind und wie Betriebe diese dokumentieren können.

Für Betriebe aus dem Bereich der körpernahen Dienstleistungen gibt es besonders strenge Regeln. Welche das sind, bestimmt die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz in ihrem Landkreis oder ihrer Stadt. Liegt diese an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern, gelten die Regeln des Infektionsschutzgesetzes (IfsG § 28b, Abs. 1, Nr. 8) ab dem übernächsten Tag.

  Weitere Informationen

  Infektionsschutzgesetz § 28b

Ob die Sieben-Tage-Inzidenz in Ihrem Landkreis über dem Schwellenwert liegt, können Sie hier prüfen:

  Sozialministerium Baden-Württemberg

Eine tagesaktuelle Übersicht der Zahlen gibt es auch beim Robert-Koch-Institut:

  Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard

Das gilt bei einer Inzidenz über 100

Nur Friseurbetriebe und Fußpfleger dürfen ihre Dienstleistungen anbieten. Voraussetzung ist, dass Kunden ein negatives Ergebnis eines anerkannten Tests auf das Coronavirus nachweisen, das nicht älter als 24 Stunden ist.  Außerdem müssen von den Beteiligten Atemschutzmasken (FFP2 oder vergleichbar) getragen werden.

  Was sind anerkannte Tests?

Als anerkannte Test definiert das Infektionsschutzgesetz sogenannte In-vitro-Diagnostika, die für den direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 bestimmt sind und auf Grund ihrer CE-Kennzeichnung oder einer Sonderzulassung verkehrsfähig sind. Informationen zu zugelassenen Tests gibt es beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM):

  www.bfarm.de

Das gilt bei einer Inzidenz unter 100

Wenn die Sieben-Tages-Inzidenz an fünf Tagen in Folge unter 100 liegt, gelten ab dem übernächsten Tag die Regeln der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg:

Neben Friseurbetrieben und Fußpflegern dürfen auch Betriebe zur Erbringung körpernaher Dienstleistungen wie Barbershops, Kosmetik- oder Nagelstudios wieder öffnen, wenn sie die Hygieneanforderungen einhalten, ein Hygienekonzept erstellen und die Kontaktdaten der Kunden erfassen. Wenn bei der Behandlung nicht dauerhaft ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden kann, ist ein Testkonzept für das Personal erforderlich. Dann müssen Kunden auch entweder einen tagesaktuellen negativen COVID-19-Test, eine Impfdokumentation oder eine überstandene Infektion mit dem Coronavirus in den letzten sechs Monaten nachweisen, um die Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.

 Es wird empfohlen, Notizen über den negativen Nachweis zu machen. Ein Formular zur Dokumentation der Durchführung von Selbsttests auf das Coronavirus durch den Kunden finden Sie hier:

Kunden, die diese Nachweise nicht erbringen können, ist der Zutritt nach § 7 Absatz 1 Nr. 4 Corona-Verordnung zu verwehren, es sei denn, dass dessen Einhaltung im Einzelfall unzumutbar oder ein Zutritt oder eine Teilnahme aus besonderen Gründen erforderlich und durch Schutzmaßnahmen die Infektionsgefahr für Dritte soweit wie möglich minimiert ist. 

Bei weiteren Fragen zu den lokalen Vorgaben, können Sie sich auch an das für Ihren Landkreis zuständige Landratsamt wenden, das die regionalen Inzidenzzahlen beurteilen kann.

  Aktuelle Änderungen ab 3. Mai

Die Landesregierung hat die Anforderungen an den Nachweis von COVID-19-Tests in der  Corona-Verordnung (§ 4a Absatz 1) in folgenden Punkten konkretisiert:

 Stellen und Einrichtungen, die einen Nachweis über das negative Testergebnis ausstellen können sind unter anderem offizielle Teststellen, Arbeitgeber oder Anbieter einer Dienstleistung.

 Fachkundige oder in der Anwendung der jeweiligen eingesetzten Tests geschulte Personen können Tests vornehmen und bescheinigen.

 Die zu testende Person kann die Probenentnahme und Auswertung mit einem für die Anwendung durch medizinische Laien zugelassenen Test (Selbsttest) selbst durchführen, sofern ein geeigneter Beschäftigter oder ein geeigneter Dritter dies überwacht und das Ergebnis bescheinigt. Mehr dazu finden Sie in einer Information des Sozialministeriums Baden-Württemberg (Punkt 6.3):

  Information zu Tests und Nachweisen des Sozialministeriums Baden-Württemberg

Was ist ein COVID-19-Schnelltest?

Ein COVID-19-Schnelltest ist ein Antigentest, bei dem

  1. ein geschulter Dritter die Probe entnimmt und auswertet
    oder
  2. die Probeentnahme durch den Probanden selbst unter Anleitung oder Überwachung und anschließender Ergebnisauswertung eines geschulten Dritten erfolgt.

  Weitere Informationen

Bei der Landesapothekerkammer kann man online nach Schnelltest-Angeboten in der Nähe suchen:

  Online-Suche nach Apotheken mit Schnelltests-Angebot

Wer gilt als geimpfte Person?

Als geimpft gelten Personen, die eine seit mindestens 14 Tagen abgeschlossene Impfung mittels Impfdokumentation im Sinne des § 22 Absatz 1 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) vorweisen können. Als abgeschlossene Impfung im Sinne dieser Verordnung oder von aufgrund dieser Verordnung erlassenen Regelungen gilt jede mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff gemäß der empfohlenen Impfserie vorgenommene Impfung gegen die COVID-19-Krankheit. Bei Impfstoffen, die mehr als eine Impfdosis benötigen, gilt die Impfung für Personen, die mit mindestens einer Impfdosis geimpft sind, als abgeschlossen, sofern diese Personen zuvor bereits selbst positiv getestet waren und sie über einen Nachweis über eine durch PCR-Test bestätigte Infektion mit dem Coronavirus verfügen. Darüber hinaus gilt eine Impfung als gemäß der empfohlenen Impfserie abgeschlossen, wenn eine Abweichung durch die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts anerkannt wird.

  Regel

In der Regel gilt also als geimpft, wer beide Impfungen vor mindestens 14 Tagen erhalten hat.

Wer gilt als genesene Person?

Als genesene Personen gelten alle Personen, die bereits selbst positiv getestet waren, sofern sie über einen Nachweis über eine durch PCR-Test bestätigte Infektion mit dem Coronavirus verfügen und keiner darauf beruhenden Absonderungspflicht mehr unterliegen. Die nachgewiesene Infektion darf höchstens sechs Monate zurückliegen.

  Was gilt für Kinder und Jugendliche?

Ausnahmen für Kinder und Jugendliche bestehen insoweit nicht.