Ein Bauarbeiter steht schwitzend mit einem gelben Helm in der Hand auf einem Dachstuhl.
spaskov - stock.adobe.com

Nur nicht den Koller kriegen

Der Sommer ist da, die Temperaturen steigen. Was Handwerker tun können, um Hitze-Tage gut zu überstehen.

Wenn der Sommer endlich da ist, ist die Freude groß. Aber für Handwerker, die auf Dächern, an Fassaden oder im Straßenbau arbeiten, ist die Sommerhitze eine Herausforderung. Damit dennoch der Spaß bei der Arbeit nicht verloren geht und auch die Gesundheit geschützt wird, können einige Vorkehrungen getroffen werden. Zwei Betriebe berichten von ihren Maßnahmen.

Lieber gesund statt braun

Bei der Steinmetz Holzbau GmbH in Obersulm-Sülzbach geht es im Sommer heiß her. Ob beim Dachstühle errichten oder Dächer eindecken, die Mitarbeiter können der Sonne kaum entkommen. Damit sie dennoch fit und gesund bleiben, wird früher mit der Arbeit begonnen, um die etwas kühleren Morgenstunden nutzen zu können. Besonders wichtig ist Ute Steinmetz der Schutz der Haut ihrer Mitarbeiter. "UV-Licht kann langfristig schlimme Schäden verursachen. Wir stellen kostenlos ein sehr hochwertiges Schutzmittel bereit, das aufgesprüht werden kann. Außerdem kann sich jeder Mitarbeiter mit einem Strohhut ausstatten. Der ist luftdurchlässig und bietet durch seine breite Krempe mehr Schatten für Nacken und Schultern als normale Mützen", berichtet Steinmetz. Sie appelliert regelmäßig an ihre Mitarbeiter, die Angebote zu nutzen und sich die Gefahr vor Augen zu halten. "Einen Strohhut aufzusetzen bringt wenig, wenn man gleichzeitig mit freiem Oberkörper auf dem Dach steht. Dann ist man zwar nahtlos braun, aber in ein paar Jahren vielleicht krank", gibt sie zu bedenken.

 Weitere Informationen

Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft stellt umfangreiches Info-Material zum Thema UV-Schutz und Gefährdungen durch Hitze zur Verfügung:

 www.bgbau.de

Sommerliche Kleidung und Kühlung von innen

Auch die Mitarbeiter der Chalupa Solartechnik in Schöntal-Bieringen wissen genau, welche Kraft die Sommersonne hat. Die Montage von Solarmodulen ist bei großer Hitze extrem anstrengend. Die schwarzen Module heizen sich sehr stark auf und reflektieren die Sonne. Deshalb werden auch hier die Arbeitszeiten angepasst und Getränke sowie Schildkappen zur Verfügung gestellt. Um den Schutz der Augen zu gewährleisten, liegen immer Sonnenbrillen bereit. Auch bei der Kleidung gibt es Möglichkeiten, die Hitze etwas erträglicher zu machen. "Die Berufsbekleidung in der Elektro-Branche ist traditionell blau. Wenn man im Sommer auf dem Dach steht, ist ein dunkles Shirt aber unangenehm", weiß Birgit Knapp von Chalupa Solartechnik. Deshalb hat der Betrieb zusätzlich helle Shirts angeschafft. Auch die Vorbereitung eines Einsatzes beim Kunden läuft im Sommer bei Chalupa anders ab als sonst. "Müssen Elemente noch zugesägt werden, passiert das normalerweise beim Kunden vor Ort. Bei großer Hitze wird das wenn möglich schon vorab in der Halle erledigt", so Knapp. Wenn alle unter der Hitze ächzen, hilft manchmal aber nur noch Abkühlung von innen. Dann erscheint Chef Andreas Chalupa mit einer Ladung Eis für alle in der Halle.

 So wird es erträglicher

  • Wenn möglich Arbeitsbereich beschatten
  • Für schattige Pausenplätze und genügend kalte Getränke sorgen
  • Arbeitszeit flexibel gestalten
  • Nicht länger als unbedingt erforderlich in der Sonne bleiben
  • Kleidung und Sonnenbrille tragen
  • Möglichst viel Haut bedecken – besonders Kopf und Nacken
  • Unbedeckte Körperstellen wie Ohren, Nase, Lippen, Unterarme mit Sonnenschutzmittel eincremen
  • Regelmäßige Trinkpausen ermöglichen - viel trinken
  • Auf körperliche Warnsignale achten, wie beispielsweise Übelkeit, Kopfschmerzen und eine Hitzepause einlegen