HWK-Betriebsbesuchstag im Main-Tauber-Kreis „Das Malerhandwerk leistet einen Riesenbeitrag zum Klimaschutz“

Beim Betriebsbesuchstag der Handwerkskammer Heilbronn-Franken im Main-Tauber-Kreis berichteten drei Handwerksbetriebe trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen von vollen Auftragsbüchern.

Für ein Gruppenfoto posiert eine Delegation von Handwerksvertretern im Lager eines Elektrobetriebs.
Patrick Heckler

Kürzlich besuchten Präsident Ralf Rothenburger und Hauptgeschäftsführer Ralf Schnörr gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Timo Szabo und HWK-Unternehmensberater Andreas Kolban drei Handwerksbetriebe im Main-Tauber-Kreis. Vor Ort informierte sich die Handwerksdelegation über die Arbeit und die aktuellen Herausforderungen der Betriebe Maler Wältz, Elektro-Technik Birkholz (ETB) sowie des Bäder-Spezialisten Vollhardt und Weis.

Malerhandwerk ist Klimaschützer

Axel Wältz führt in Wertheim-Bestenheid einen Maler-, Lackier- und Tapezierbetrieb. Gemeinsam mit seinem dreiköpfigen Team hat er sich auf kleine und mittlere Aufträge im Privatkundenbereich spezialisiert. Die Auftragslage sei derzeit durchweg positiv, berichtet Wältz. Gleichzeitig bemängelt der Malermeister, dass die steigenden Lohnnebenkosten sowohl für Kunden als auch Arbeitgeber belastend seien. Auch die angespannte wirtschaftliche Lage bereite ihm Sorgen. „Wenn die Konjunktur schwach ist, blüht die Schwarzarbeit auf“, beklagt Wältz.

Zugleich hebt er die Stärken seines Handwerks hervor: „Unsere Arbeit verschönert das Stadtbild.“ Auch beim Thema Nachhaltigkeit sieht sich der Malermeister gut aufgestellt: „Das Malerhandwerk leistet einen Riesenbeitrag zum Klimaschutz.“ Als Beispiele nennt er die Wärmedämmung und den Einsatz nachhaltiger Materialien. Positiv bewertet Wältz zudem die Digitalisierung. Sie unterstütze das Handwerk, könne es aber nicht ersetzen.

Vom Azubi zum Betriebsinhaber

Elektrotechnikermeister Matteo Döhner übernahm Anfang 2024 den Elektrobetrieb ETB, bei dem er bereits seine Ausbildung absolviert hatte. Zuvor hatte er dort schrittweise immer mehr Verantwortung übernommen. Sein Vorgänger Marco Birkholz, der das Unternehmen weiterhin beratend unterstützt, war schon früh von Döhner überzeugt: „Einen besseren Nachfolger kann man sich nicht vorstellen. Matteo lebt die gleichen Werte wie ich“, lobt Birkholz.

Heute beschäftigt ETB knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Leistungsspektrum reicht von Elektroinstallationen über den Verkauf und die Wartung von Elektrogeräten bis hin zur Montage von Photovoltaikanlagen. Im Laufe der Jahre hat sich der Betrieb eine treue Stammkundschaft aufgebaut. Wegen der hohen Auslastung können derzeit keine Neukunden angenommen werden. „Wir sind bis ins Frühjahr 2027 ausgebucht“, sagt Döhner. Zugleich fördert er die Weiterbildung seiner Belegschaft und möchte künftig weitere Geschäftsfelder erschließen.

Komplettbäder aus einer Hand

Alles aus einer Hand – das ist der große Wettbewerbsvorteil des Bäder-, Heizungs- und Fliesenspezialisten Vollhardt und Weis. Das 1997 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz in Freudenberg-Rauenberg und beschäftigt aktuell 25 Mitarbeiter. Nur wenige Kilometer entfernt, unmittelbar hinter der bayerischen Grenze in Neunkirchen, betreiben die Geschäftsführer Bernd Vollhardt, Horst Weis und Christoph Münch zudem ein Badstudio, in dem sie ihr Angebot präsentieren.

Rund 120 Komplettbäder realisiert Vollhardt und Weis pro Jahr. Dank seiner Kompetenzen im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk, im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk sowie im Elektrotechnikerhandwerk kann der Betrieb sämtliche Leistungen von der Beratung bis zur Umsetzung aus einer Hand anbieten. Aufgrund der hohen Nachfrage beträgt die Wartezeit für neue Aufträge aktuell etwa ein Jahr. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal unter 100 Prozent Auslastung waren“, sagt Horst Weis mit einem Lächeln.

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 5. Oktober 2026

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