Handwerker mit besonderen Fachkenntnissen Detektivarbeit auf der Baustelle

Jürgen Vossler aus Weikersheim berichtet, warum es sich lohnt, Sachverständiger zu werden.

Ein Mann befindet sich auf einer Baustelle im Rohbau und blickt auf ein Klemmbrett.
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Jürgen Vossler aus Weikersheim ist seit zwölf Jahren als Sachverständiger im Zentralheizungs- und Lüftungsbauerhandwerk tätig. Dutzende Baustellen, auf denen beispielsweise Rohrleitungen falsch verlegt wurden, hat er seitdem besucht und anschließend ein Gutachten erstellt. „Da waren schon viele spannende Fälle dabei, bei denen Detektivarbeit gefragt war“, so Vossler. Seine Tätigkeit als Sachverständiger mache ihm aber nicht nur Spaß, sondern nütze auch seinem Betrieb.

Viele gute Gründe

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Jürgen Vossler hat vor 24 Jahren den elterlichen Betrieb in Weikersheim übernommen. Dass er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist, werde von Kunden als Qualitätsmerkmal gewertet. „Um bestellt und vereidigt werden zu können, musste ich beim Fachverband meine überdurchschnittlichen Kenntnisse nachweisen. Das schafft Vertrauen“, stellt Vossler fest. Die Fälle, die er bearbeitet, helfen ihm außerdem dabei, das eigene Wissen zu vertiefen. „Ich lerne aus Fehlern, die ich auf Baustellen sehe und kann sie bei meinen eigenen Aufträgen vermeiden.“ Nützlich sei auch das Netzwerk mit Kollegen, das er sich im Laufe der Jahre aufgebaut habe. „Bei Fortbildungen lerne ich viele Kollegen kennen – auch aus anderen Gewerken – und profitiere von deren Know-how.“ Als er sich zum Sachverständigen beworben hat, spielten für Vossler auch die Verdienstmöglichkeiten eine Rolle – jetzt und im Rentenalter. „Wenn ich irgendwann einmal kürzertreten möchte, ist die Arbeit als Sachverständiger eine gute Möglichkeit, weiterhin berufstätig zu sein“.

Vorbereitung notwendig

Wer sich für eine Tätigkeit als Sachverständiger interessiere, müsse eine gewisse Vorbereitungszeit einplanen, so Vossler. Zu den Voraussetzungen einer Bestellung gehöre ein rechtliches Grundlagenseminar. Und wer noch keine Erfahrung mit dem Erstellen von Gutachten habe, sollte auch dazu ein Seminar besuchen, empfiehlt er. Hinzu komme eine schriftliche und eine mündliche Prüfung bei der jeweils zuständigen Fachorganisation, um die besondere Fachkunde zu beweisen. Wird dieser Prozess erfolgreich durchlaufen, folgt die offizielle Bestellung und Vereidigung durch die Handwerkskammer. „Um fit zu bleiben, müssen Sachverständige auch nach der Bestellung regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen und diese der Handwerkskammer nachweisen“, erklärt Vossler. Die Bestellung endet automatisch nach fünf Jahren und kann auf einen Antrag verlängert werden.

Als Sachverständiger brauche man aber nicht nur gute Fachkenntnisse, sondern auch Selbstvertrauen und ein sicheres Auftreten. „Vor allem vor Gericht kann es passieren, dass eine Partei versucht, das Gutachten anzuzweifeln. Dann gilt es, ruhig zu bleiben und sich nicht verunsichern zu lassen“, rät Vossler.

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 7. Juli 2026

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