Informationsveranstaltung für Elternbeiräte bei der Handwerkskammer
Ramona Fritz
Kerstin Lüchtenborg (Handwerkskammer), Sabine Schmälzle (IHK), Ausbildungsbotschafterin Denise Pausder, Silke Hofmann (Arbeitsagentur), Silke Ortwein (DGB) und Gesamtelternbeiratsvorsitzender Christoph Eberlein (v.l.).

Die Zielgruppe Eltern überzeugen

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 16. Februar 2018

Wie gewinnt man junge Menschen für eine duale Ausbildung? Neben dem direkten Kontakt zu den Schülern und Absolventen, gilt es auch, die Eltern von den Vorteilen einer dualen Ausbildung zu überzeugen. Diese Zielgruppe nahm die Handwerkskammer im Februar bei einer Infoveranstaltung für Elternbeiräte im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung erstmals in den Fokus.

Solides Fundament

Vielfalt, Praxisnähe und die vielen Möglichkeiten, die sich auch nach einer Ausbildung noch bieten, standen dabei im Mittelpunkt. Ein leidenschaftlicher Appell für die duale Ausbildung kam von Denise Pausder. Die junge Frau hat sich trotz Abitur gegen ein Studium und für eine duale Ausbildung entschieden. Bereut hat sie das bisher nie und ist deshalb inzwischen auch als Ausbildungsbotschafterin an den Schulen unterwegs. „In einer dualen Ausbildung lernt man die Berufswelt so kennen, wie sie tatsächlich ist. Auch über sich selbst lernt man viel“, ist sie überzeugt. „Eine Ausbildung bietet jungen Menschen Perspektive“, versichert Denise Pausder den rund 20 Elternbeiräten aus Heilbronn. Christoph Eberlein, Gesamtelternbeiratsvorsitzender, forderte alle auf, in ihrer Rolle als Multiplikatoren aktiv zu werden: „Nutzen Sie diese Informationen und machen Sie die Berufsorientierung zum Thema bei Elternabenden.“

Wichtiges Thema

Mehr Unterstützung bei dem Thema wünscht sich Frank Langenfeld. Er sorgt sich, dass die Lehrer einfach zu viel „aufgebrummt“ bekommen, um sich intensiv mit der Berufsorientierung der Schüler zu beschäftigen. „Ich bin aber der Meinung, dass die duale Ausbildung sehr wichtig ist“, betont er. „Ich habe selbst erst eine Ausbildung gemacht, danach ein Studium.“ In seinem Beruf habe er häufig gesehen, wie viel qualifizierter ein in Deutschland ausgebildeter Facharbeiter im Vergleich mit Bachelor-Absolventen oder angelernten Arbeitern im englischsprachigen Raum ist. „Ich fand es schade, dass in Deutschland lange Zeit das Studium über die Ausbildung gestellt wurde. Umso schöner ist es, wenn der Wert der Ausbildung wieder verstanden wird“, betont der Elternbeirat am Robert-Mayer-Gymnasium.

Schwierige Berufswahl

Christiane Grau-Schmidt schlägt sich selbst gerade mit dem Thema Berufswahl der Kinder herum. „In unserer Familie hat niemand eine duale Ausbildung gemacht. Deshalb war ich an dem Thema sehr interessiert“, sagt die Elternbeirätin an der Fritz-Ulrich-Schule. „Im Gymnasium wird die duale Ausbildung fast gar nicht thematisiert“, beklagt sie. Silke Albrecht, die sich ebenfalls an der Fritz-Ulrich-Schule als Elternbeirätin engagiert, haben vor allem die vielen Möglichkeiten nach einer Ausbildung überrascht. „Früher hieß es immer: Mach eine Ausbildung, dann hast du was gelernt. Aber man kann heute ja immer weiter lernen.“ Das Thema Berufswahl findet sie schwierig. „Unter vielen Berufsbezeichnungen kann man sich heute gar nichts mehr vorstellen“, kritisiert Silke Albrecht. Das schätzen beide am klassischen Handwerk – das sei greifbar und auch die Jugendlichen könnten sich darunter etwas vorstellen.

 Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Päd. Kerstin Lüchtenborg
Abteilungsleiterin Berufsbildung

Tel. 07131 791-150
Fax 07131 791-2550
Kerstin.Luechtenborg--at--hwk-heilbronn.de