Zwei Männer in Arbeitskleidung verlegen knieend in einem Zimmer mit weißen Wänden einen Parkettboden.
www.amh-online.de/Sascha Schneider

Handwerk trotz Engpässen und Preisdruck optimistisch

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 8. April 2022

Zahlreiche Krisen belasten derzeit die konjunkturelle Entwicklung. Nach den Herausforderungen der Corona-Pandemie hat nun der militärische Konflikt im Osten Europas zwischen Russland und der Ukraine die Hoffnung auf ein konjunkturell gutes Jahr 2022 zunichtegemacht. Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung wurden bereits nach unten korrigiert.

Viele Unsicherheiten

Die Rekordpreise für Energie und Treibstoffe sowie die Engpässe bei Material und Rohstoffen belasten Wirtschaft und Verbraucher. Die starken Inflationstendenzen führen zu großer Verunsicherung bei Investitionsentscheidungen oder der Angebotskalkulation. Trotz der vielen Unsicherheiten zeigte sich die Mehrheit der Handwerksbetriebe in der Region bei der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer, die Mitte März durchgeführt wurde, noch optimistisch.

„Der Wegfall der meisten Corona-Beschränkungen ist für viele Betriebe eine Erleichterung“, meint Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Auch die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen sei weiterhin gut und sorge für Stabilität. Folglich bewerteten rund 60 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, weitere 24 Prozent waren zufrieden. Nur rund 15 Prozent klagten über schlechte Geschäfte. „Allerdings könnte sich das Stimmungsbild zwischenzeitlich eingetrübt haben“, betont der Kammerpräsident.

Preisentwicklung macht Sorgen

Die Auftragslage war im Handwerk in den ersten Monaten des Jahres nicht so gut wie erwartet, insgesamt aber etwas besser als im Vorjahr. Während rund die Hälfte der Betriebe ein stabiles Auftragsaufkommen verzeichnete, hielten sich Zuwächse und Rückgänge die Waage. „Allerdings setzen die stark steigenden Preise die Betriebe immer mehr unter Druck und sind ein Grund zur Sorge“, so Bopp. Rund 90 Prozent der Betriebe berichten von steigenden Einkaufspreisen. „Hier sind Handwerker dem Markt leider oft hilflos ausgeliefert. Nicht immer scheint die Preisspirale den aktuellen Krisen geschuldet“, kritisiert Bopp.

Einige könnten dies auch nutzen, um sich auf Kosten von Handwerk und Verbrauchern die Taschen zu füllen. „Ich bin der Meinung, dass sich das rächen wird, wenn sich die Menschen Anschaffungen schlicht nicht mehr leisten können und die Konjunktur durch mangelnde Nachfrage nachgibt“, mahnt Bopp. Nach wie vor können oder wollen viele Handwerker die Preise bisher nicht vollständig an die Kunden weitergeben. Rund 28 Prozent verzeichneten Rückgänge beim Umsatz und nur 12 Prozent Zuwächse. „Viele Betriebe sind deshalb auch zurückhaltend bei den Planungen für Investitionen oder der Beschäftigung neuer Mitarbeiter“, vermutet der Kammerpräsident.

Positiver Blick nach vorne

Trotz der Unsicherheiten durch den Krieg in der Ukraine und die steigenden Kosten zeigten sich die Betriebe bei der Befragung Mitte März für die nächsten Monate optimistisch. Fast 40 Prozent rechnen damit, dass sich ihre Geschäfte verbessern werden. 44 Prozent erwarten mehr Aufträge und mehr als die Hälfte steigende Umsätze. „Das Handwerk war schon in der Pandemie ein Stabilitätsanker und will diese Rolle, allen Plänen von Präsident Putin zum Trotz, weiter ausfüllen“, betont Ulrich Bopp.

  Weitere Informationen

Die vollständigen Ergebnisse der aktuellen Umfrage finden Sie im Konjunkturbericht.