Ein Jugendlicher mit dunklen Haaren sitzt am Tisch in einem Werkraum und sägt ein Stück aus einer Holzleiste.
Stadt Wertheim

Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk

Schüler an allgemein bildenden Schulen in der Region lernen das spannende Berufsfeld Bau kennen.

Die Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk ist ein Projekt der Handwerkskammer Heilbronn-Franken zur kooperativen Berufsorientierung. Unterstützt von Partnern aus dem handwerklichen, schulischen und kommunalen Bereich lernen die Schüler der achten und neunten Klassen dabei ein Jahr lang das Bauhandwerk in allen Facetten kennen.

Beteiligte Schulen

Landkreis Heilbronn
  • Hellbergschule, Gemeinschaftsschule in Eppingen
  • Wolf-von-Gemmingen-Schule, Gemeinschaftsschule in Gemmingen
  • Johannes-Häußler-Schule in Neckarsulm
Stadt Heilbronn
  • Wilhelm-Hauff-Schule in Heilbronn
Landkreis Hohenlohe
  • Bildungszentrum Bretzfeld, Realschule und Werkrealschule
Main-Tauber-Kreis
  • Gemeinschaftsschule Wertheim
  • Schulzentrum am Wört in Tauberbischofsheim
  • Kopernikusrealschule in Bad Mergentheim

Gründe für eine praktische Berufsorientierung an Schulen

Den Betrieben im Handwerk fehlt der Nachwuchs. Speziell im Baubereich gefährden die rückläufigen Zahlen bei den Auszubildenden den Erhalt von Berufsschulstandorten. Damit die duale Ausbildung im Handwerk in ländlichen Regionen nicht zusätzlich geschwächt wird, besteht erhöhter Handlungsbedarf. Maßnahmen für ein schülergerechtes und praxisorientiertes Angebot der Berufsorientierung in Schulen sind gefragt, um aktiv für Nachwuchs in den Bauberufen zu sorgen. Die Bildungspläne des Kultusministeriums in Baden-Württemberg bieten mit dem neuen Fach Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung (WBS) geeignete Anknüpfungspunkte für praktische Berufsorientierung.

Die Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk soll dazu beitragen, Handwerksberufe, hier speziell mit dem Fokus auf die über 30 verschiedenen Bauberufe, für Schüler attraktiv zu machen. Das funktioniert am besten und nachhaltigsten über eigene Erfahrungen mit dem Handwerk. Konzipiert wurde die Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk von der Architekturvermittlerin und Inhaberin der Architektur- und Bauschule Baukasten, Luise Lübke aus Bremen.

Aufbau des Projekts

Die Lernwerkstatt ist in vier aufeinander folgende Unterrichtsmodule strukturiert, die an drei unterschiedlichen Lernorten stattfinden.

  • Technikraum der Schule
  • Werkstätten in der gewerblichen Schule für Bautechnik
  • Betriebe, beziehungsweise echte Baustellen
Modul 1: Kulturhistorischer Kontext

In einem einführenden kulturhistorischen Part werden die kulturelle Bedeutung des Bauens und die Beziehung zwischen Mensch und gebauter Umwelt im historischen Kontext beleuchtet. Dabei wird auch der Bezug zur bebauten Umgebung vor Ort hergestellt, damit die Schüler auch einen Blick für die Architektur ihrer Stadt bekommen.

Modul 2: Eigenes Experimentieren

Die Schüler experimentieren mit unterschiedlichen Bauweisen, erproben selbst, was Statik bedeutet und lernen typische Formen der Baukonstruktion kennen – auch am Lernort Berufsschule, wo sie mit echten Baumaterialien hantieren. Sie lesen Baupläne, zeichnen Grundrisse und erproben das praktische Bauen im 1:1 – Format.

Lernwerkstatt; Bauhandwerk; Wertheim; Gemeinschaftsschule; Schüler; Berufsorientierung; Technik; Lehrer; Unterricht; Pilotprojekt; Berufsbildung
Gemeinschaftsschule Wertheim

Modul 3: Bauauftrag

Es wird ein Bauauftrag ausgeschrieben. Die Schüler entwerfen, planen und kalkulieren ein Bauvorhaben für ihre Schule. In einem Wettbewerbsverfahren wird die beste Bauidee ermittelt. Das angefertigte Modell wird dann in der Praxiswoche mit echten Baumaterialien gebaut.

Mensch, Mann, Hand, Bauzeichner, Lineal, messen, abmessen, Plan,
Rolf Göbels, GFWH GmbH

Modul 4: Praxiswoche

Die Schüler bauen den ausgewählten Gewinnerentwurf zusammen mit den örtlichen Handwerksbetrieben und präsentieren ihn der Öffentlichkeit. Die zuvor erlernten Fähigkeiten werden konkret an einem Bauwerk eingesetzt.

Entwicklung des Projektes

Das Konzept hat sich in der Modellphase bewährt, so dass die Lernwerkstatt seit dem Schuljahr 2017/2018 bereits an drei Schulstandorten im Main-Tauber-Kreis durchgeführt werden kann. Im Schuljahr 2019/2020 wurde zusätzlich eine Erweiterung an drei Schulen im Landkreis Heilbronn und Hohenlohe realisiert.

Verschiedene Partner

Für die Umsetzung des Projektes arbeitet die Handwerkskammer erfolgreich mit vielen verschiedenen Partnern zusammen:

  • Bauinnung Heilbronn
  • Bauinnung Main-Tauber-Kreis/Künzelsau
  • Baukasten Architektur- und Bauschule Bremen
  • Bildungszentrum Bretzfeld
  • Bürgerstiftung der Stadt Tauberbischofsheim
  • Gemeinschaftsschule Wertheim
  • Gewerbliche Schule Tauberbischofsheim
  • Hellbergschule Eppingen
  • Johann-Jakob-Widmann-Schule, Technisches Schulzentrum Heilbronn
  • Johannes-Häußler Schule, Neckarsulm
  • Kopernikus Realschule Bad Mergentheim
  • Landratsamt Main-Tauber-Kreis
  • Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (ESF-Förderung)
  • Schulzentrum am Wört Tauberbischofsheim
  • Stadt Bad Mergentheim
  • Stadt Wertheim
  • Wilhelm-Hauff-Schule, Heilbronn
  • Wolf-von-Gemmingen-Schule, Gemmingen

Lernwerkstatt; Bauhandwerk; Wertheim; Gemeinschaftsschule; Schüler; Berufsorientierung; Technik; Lehrer; Unterricht; Pilotprojekt; Berufsbildung

Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk

Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk

Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk

Handwerkskammer, Heilbronn-Franken, Mitarbeiter, 2015, Berufsbildung, Abteilungsleiter, Kerstin Lüchtenborg Foto Haass

Dipl.-Päd. Kerstin Lüchtenborg

Abteilungsleiterin Berufsbildung

Allee 76
74072 Heilbronn
Tel. 07131 791-150
Fax 07131 791-2550
Kerstin.Luechtenborg--at--hwk-heilbronn.de