Neue Ausbildungsmesse Praxisnahe Workshops für Schüler wecken Interesse am Handwerk

Mitte März fand die erste gemeinsame Mitmach-Messe der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit in Heilbronn statt.

Ein Mann unterhält sich mit vier Jugendlichen.
Natascha Lieber

Etwas mit den eigenen Händen ausprobieren und so eine Ausbildung finden – das war die Idee der ersten Auflage von „Handwerk-Live“, einer Ausbildungsmesse, die von der Handwerkskammer Heilbronn-Franken zusammen mit der Agentur für Arbeit in Heilbronn ins Leben gerufen wurde. Bei dem Format ging es darum, Jugendlichen einen ganz konkreten Einblick in die Aufgaben einzelner Berufe zu geben. Wer könnte das besser, als die Betriebe selbst. Sechs Unternehmen boten praxisnahe Workshops an, in denen sie Jugendliche typische Tätigkeiten verschiedener Gewerke selbst ausprobieren ließen. 170 Schülerinnen und Schüler aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn nutzten die Chance, handwerkliche Berufe kennenzulernen.  

Tipps vom Handwerksmeister

Im Workshop von Jörg Till, Inhaber von Till Metall in Brackenheim, durften die Schüler einen kleinen Elefanten aus Metall biegen, der als Stiftehalter verwendet werden kann. „So denken die Schüler hoffentlich auch noch zuhause - wenn sie an ihrem Schreibtisch sitzen - an das Handwerk“, sagt Till. Um den Elefanten herstellen zu können, erläuterte er zunächst ein paar Fachbegriffe und Werkzeuge, die typisch sind für die Arbeit im Metallhandwerk. „Das ist auch für ein Praktikum hilfreich“, weiß Till. Während die Schüler eifrig loslegten, gab er Tipps zum Bewerben: „Wer einen guten ersten Eindruck hinterlassen will, gibt seine Unterlagen persönlich im Betrieb ab“. Mit der Berufsorientierung von Schülern kennt sich der Metallbaumeister bestens aus. Er engagiert sich auch im Bildungs- und Technologiezentrum (BTZ) der Handwerkskammer in den entsprechenden Projekten.

Kreative Seite entdecken

Am Stand nebenan ging es kreativ zu. Beim Workshop der Firma Plieninger aus Heilbronn konnten Schüler das Malerhandwerk kennenlernen. Dafür lagen Farbeimer, Pinsel und Schablonen bereit. Jeder Teilnehmer durfte damit sein eigenes Kunstwerk auf einem kleinen Holzbrett erstellen. „Ich bin begeistert von den Ergebnissen“, sagt Ausbilderin Carola Gleiß mit Blick auf die bereits fertigen Bilder. „Es gab sogar Schüler, die haben nicht nur ein Brett, sondern gleich fünf Stück bearbeitet“. Auch diese Ergebnisse durften mit nach Hause genommen werden.

Mit Erfolgserlebnissen punkten

Das Karosserie- und Fahrzeugbauerhandwerk wurde Schülern von der Firma Brixner aus Ilsfeld vorgestellt. Hier zogen Schüler beispielsweise Dellen aus einem Kotflügel heraus. Inhaber Tim Schäfer ist vom Konzept der Messe überzeugt. „Mit kleinen Aufgaben und Erfolgserlebnissen kann man das Interesse von Schülern viel eher wecken, als mit einem Flyer.“ Er hofft, dass durch die Workshops der eine oder andere Schüler Lust auf ein Praktikum bekommen hat. „Ausbildungsplätze vergebe ich nur an Schüler, die zuvor im Betrieb waren“, so Schäfer. „Ich muss sehen, dass der Schüler Spaß an unserem Gewerk hat – dann kann ich auch über einzelne schlechtere Noten hinwegsehen.“

Kerstin Lüchtenborg, Leiterin der Abteilung Berufsbildung der Handwerkskammer, freut sich, dass die Mitmach-Messe von Schülern so gut angenommen wurde. „Wir sehen bei solchen Angeboten, dass praktische Tätigkeiten das A und O sind, um Jugendliche zu erreichen. Wenn sie mit Werkzeugen, Maschinen und Menschen direkt in Berührung kommen, finden sie Zugang zum Handwerk“, so Lüchtenborg.

Alexandra Neukam, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Heilbronn, weiß, wie wertvoll eine duale Ausbildung für Jugendliche ist: „Sie ist ein tolles Fundament für den Berufseinstieg und bietet vielfältige Chancen - bis hin zur Selbstständigkeit.“

 

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 25. März 2026.