Falk Heller, www.argum.com

Prüfungen

Am Ende der Ausbildung beweisen Lehrlinge in der Gesellen- oder Abschlussprüfung ihr Können.

Abschluss- oder Gesellenprüfung sind kein Grund nervös zu werden. Hier können Lehrlinge zeigen, was sie alles gelernt haben. Auch wer keine Ausbildung hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen an einer Prüfung teilnehmen.

Gesellen- und Abschlussprüfung

Am Ende der Lehrzeit beweisen die Lehrlinge in einer Gesellen- oder einer Abschlussprüfung, dass sie fit in ihrem Beruf sind. Welche Prüfung der Lehrling macht, hängt davon ab, wie sein Beruf rechtlich geregelt ist. Wer einen Handwerksberuf der Anlage A und B1 der   Handwerksordnung  lernt, macht eine Gesellenprüfung. Azubis in einem Handwerksbetrieb, deren Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt ist, machen eine Abschlussprüfung. Das betrifft zum Beispiel kaufmännische Berufe wie Automobilkaufmann oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. Wie die Prüfung aufgebaut ist, steht jeweils in der   Ausbildungsordnung  der Berufe.

Zulassungsvoraussetzungen

  • In der Lehrlingsrolle der zuständigen Handwerkskammer eingetragenes Berufsausbildungsverhältnis
  • Absolvierung der vorgeschriebenen Ausbildungszeit oder Beendigung der Ausbildungszeit nicht später als zwei Monate nach dem Prüfungstermin
  • Teilnahme an der Zwischenprüfung
  • Absolvierung der vorgegebenen ÜBA-Kurse
  • Vorlage eines vollständig geführten Berichtsheftes beziehungsweise Ausbildungsnachweises

Hat der Lehrling die Prüfung bestanden, erhält er ein Gesellenprüfungszeugnis beziehungsweise Abschlussprüfungszeugnis. Hat er die Prüfung nicht bestanden, kann er sie zwei Mal wiederholen.

Zwischenprüfung und Gesellen- /Abschlussprüfung Teil 1

Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit steht für Azubis die Zwischenprüfung an. Geprüft werden die Kenntnisse und Fähigkeiten, die die Lehrlinge laut Ausbildungsrahmenplan bis zu diesem Zeitpunkt erlernt haben sollten.

Bei einigen neugeordneten Berufen gibt es eine gestreckte Gesellen- oder Abschlussprüfung. Das heißt, die Zwischenprüfung wird benotet und ist Teil 1 der Gesellen- oder Abschlussprüfung. Meistens wird diese Note mit einer Gewichtung von 30 bis 40 Prozent in die Endnote einbezogen. In der jeweiligen   Ausbildungsordnung  können Sie nachlesen, zu wie viel Prozent die Note des Teil 1 der Prüfung in die Endnote einfließt.

Erst wenn diese Endnote feststeht und nicht zum Bestehen der Prüfung ausreicht, können einzelne Teile der Prüfung wiederholt werden. Wer in einem Prüfungsteil mindestens ausreichende Leistungen erbracht hat, muss diesen auf Antrag nicht wiederholen. Voraussetzung ist, dass man sich innerhalb von zwei Jahren – gerechnet vom Tag der nicht bestandenen Prüfung an – zur Wiederholungsprüfung anmeldet.

Berufsabschluss dank Externenprüfung

In besonderen Fällen können auch externe Teilnehmer zu einer Gesellen- oder Abschlussprüfung zugelassen werden. Diese „Externenprüfung“ oder „Ausnahmsweise Zulassung“ ist interessant für Menschen, die zwar bereits länger in einem Handwerksberuf tätig sind, aber keine abgeschlossene Ausbildung haben.

Sie können an der regulären Prüfung teilnehmen, wenn sie mindestens anderthalb Mal so lange im Beruf arbeiten, wie die reguläre Ausbildungszeit dauert. Bei einer dreijährigen Lehrzeit müssten sie also mindestens viereinhalb Jahre Berufserfahrung haben. Dabei werden auch Tätigkeiten im Ausland berücksichtigt. Nach bestandener Prüfung erhält man ein Abschluss- beziehungsweise Gesellenprüfungszeugnis, das einige Vorteile bringt.

Vorteile eines Berufsabschlusses

  • Die Beschäftigung als qualifizierte Fachkraft wirkt sich positiv auf das Einkommen aus, da nach Tarif vergütet werden kann.
  • Ein Berufsabschluss verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.
  • Ein Berufsabschluss ist die Grundlage für jede berufliche Weiterqualifizierung.

Dipl.-Betriebswirtin Sandra Maier

Berufsbildung, Ausbildungsberaterin

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