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Betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ)

Manche Jugendliche haben Schwierigkeiten, eine Ausbildung zu finden. Bessere Chancen bietet ihnen die betriebliche Einstiegsqualifizierung.

Die betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) hilft jungen Menschen ohne Ausbildungsstelle dabei, einen Berufseinstieg zu schaffen. In einem mindestens sechs- bis zwölfmonatigen Praktikum können sie in einem Handwerksbetrieb Einblick in einen Ausbildungsberuf bekommen und beweisen, was sie können. Im Idealfall wartet danach ein Ausbildungsvertrag auf die Jugendlichen.

Wer kann an einer Einstiegsqualifizierung teilnehmen?

  • Bewerber, die auch nach dem 30. September eines Jahres noch nicht in Ausbildung vermittelt sind.
  • Bewerber, die noch nicht ausreichend auf eine Ausbildung vorbereitet sind.
  • Lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche.

Was sollten Sie bei der EQ beachten?

Beginn der EQ ist jeweils der 1. Oktober. In Ausnahmefällen kann das Praktikum bereits am 1. August starten. Die Teilnehmer schließen mit dem Betrieb einen Qualifizierungsvertrag ab und erhalten monatlich mindestens 231 Euro als Vergütung. Die Beiträge zur Sozialversicherung werden vom Betrieb übernommen. Sind die Teilnehmer noch schulpflichtig, müssen sie auch eine Berufsschule besuchen. Am Ende erhalten die Teilnehmer ein betriebliches Zeugnis. Auf Wunsch erstellt die Handwerkskammer auf Basis des Zeugnisses ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der EQ.

Welche Vorteile haben Betriebe?

  • Sie lernen künftige Auszubildende und deren Leistungsfähigkeit in der betrieblichen Praxis kennen.
  • Sie haben die Möglichkeit, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer praxisnah zur Ausbildung hinzuführen.
  • Wenn Sie bisher nicht oder nicht mehr ausgebildet haben, können Sie mit der EQ den (Wieder-) Einstieg in die Ausbildung erproben. Die EQ darf aber keine Ausbildungszeiten ersetzen.

Welche Unterstützung gibt es für Betriebe?

Die Inhalte der EQ orientieren sich an den Inhalten anerkannter Ausbildungsberufe. Beispiele für Qualifizierungsbausteine finden Sie bei der   Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk .

Die Agentur für Arbeit erstattet dem Arbeitgeber auf Antrag einen Zuschuss zur EQ-Vergütung von 231 Euro und einen pauschalierten Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Die Förderung wird auch für Zeiten des Berufsschulunterrichts gezahlt, wenn der Teilnehmer noch schulpflichtig ist. Dabei sollte der Besuch einer Fachklasse angestrebt werden. Das verbessert die Übernahmechancen in eine Ausbildung erheblich.

Wenn Sie einen lernbeeinträchtigten und sozial benachteiligten Teilnehmer einstellen, können Sie bei einem Bildungsträger eine sozialpädagogische Begleitung für Ihren Praktikanten beantragen. Für den Arbeitgeber entstehen dadurch keine Kosten.

Aylin Fuchs

Berufsbildung

Allee 76
74072 Heilbronn