Stadt Wertheim

Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk

An der Gemeinschaftsschule in Wertheim lernen Schüler in einem Pilotprojekt das spannende Berufsfeld Bau kennen.

Die Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk ist ein Pilotprojekt der Handwerkskammer Heilbronn-Franken zur kooperativen Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen. Gemeinsam mit Partnern aus dem handwerklichen, schulischen und kommunalen Bereich startete die Modellphase zu Beginn des Schuljahres 2016/17. Die Schüler der achten Klasse an der Gemeinschaftsschule Wertheim durften ein Jahr lang das Bauhandwerk in allen Facetten kennenlernen.

Gründe für eine praktische Berufsorientierung an Schulen

Den Betrieben im Handwerk fehlt der Nachwuchs . Speziell im Baubereich gefährden die rückläufigen Zahlen bei den Auszubildenden den Erhalt von Berufsschulstandorten. Damit die duale Ausbildung im Handwerk in ländlichen Regionen nicht zusätzlich geschwächt wird, besteht erhöhter Handlungsbedarf. Maßnahmen für ein schülergerechtes und praxisorientiertes Angebot der Berufsorientierung in Schulen sind gefragt, um aktiv für Nachwuchs in den Bauberufen zu sorgen. Die neuen Bildungspläne des Kultusministeriums in Baden-Württemberg bieten mit dem neuen Fach Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung (WBS) geeignete Anknüpfungspunkte für praktische Berufsorientierung.

Die Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk soll dazu beitragen, Handwerksberufe, hier speziell mit dem Fokus auf die über 30 verschiedenen Bauberufe, für Schüler attraktiv zu machen. Das funktioniert am besten und nachhaltigsten über eigene Erfahrungen mit dem Handwerk. Konzipiert wurde die Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk von der Architekturvermittlerin und Inhaberin der Architektur- und Bauschule Baukasten, Luise Lübke aus Bremen.

Verschiedene Partner

In der Pilotphase arbeiteten viele verschiedene Partner mit der Handwerkskammer zusammen, um das Projekt auf den Weg zu bringen. 

  • Bauinnung Main-Tauber-Kreis/Künzelsau
  • Baukasten Architektur- und Bauschule
  • Gemeinschaftsschule Wertheim
  • Gewerbliche Schule Tauberbischofsheim
  • Landratsamt Main-Tauber-Kreis
  • Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
  • Stadt Wertheim

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Aufbau des Projekts

Die Lernwerkstatt ist in vier aufeinander folgende Unterrichtsmodule strukturiert, die an drei unterschiedlichen Lernorten stattfinden.

  • Technikraum der Schule
  • Werkstätten in der gewerblichen Schule für Bautechnik
  • Betriebe, beziehungsweise echte Baustellen
Modul 1: Kulturhistorischer Kontext

In einem einführenden kulturhistorischen Part werden die kulturelle Bedeutung des Bauens und die Beziehung zwischen Mensch und gebauter Umwelt im historischen Kontext beleuchtet. Dabei wird auch der Bezug zur bebauten Umgebung vor Ort hergestellt, damit die Schüler auch einen Blick für die Architektur ihrer Stadt bekommen.

Modul 2: Eigenes Experimentieren

Die Schüler experimentieren mit unterschiedlichen Bauweisen, erproben selbst, was Statik bedeutet und lernen typische Formen der Baukonstruktion kennen – auch am Lernort Berufsschule, wo sie mit echten Baumaterialien hantieren. Sie lesen Baupläne, zeichnen Grundrisse und erproben das praktische Bauen im 1:1 – Format.

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Gemeinschaftsschule Wertheim

Modul 3: Bauauftrag

Es wird ein Bauauftrag ausgeschrieben. Die Schüler entwerfen, planen und kalkulieren ein Bauvorhaben für ihre Schule. In einem Wettbewerbsverfahren wird die beste Bauidee ermittelt. Das angefertigte Modell wird dann in der Praxiswoche mit echten Baumaterialien gebaut.

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Rolf Göbels, GFWH GmbH

Modul 4: Praxiswoche

Die Schüler bauen den ausgewählten Gewinnerentwurf zusammen mit den örtlichen Handwerksbetrieben und präsentieren ihn der Öffentlichkeit. Die zuvor erlernten Fähigkeiten werden konkret an einem Bauwerk eingesetzt.

Entwicklungsperspektiven

Eine Erweiterung der Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk im Schuljahr 2017/2018 steht bereits an. Zukünftig werden noch zwei weitere Schulen aus Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim mit der Gewerblichen Schule Tauberbischofsheim und der Bau-Innung zusammenarbeiten, so dass die Lernwerkstatt Bau-Hand-Werk auch in der Fläche im Main-Tauber-Kreis präsent ist. Wenn sich das Konzept in der Modellphase bewährt, wäre dieses gegebenenfalls für ein Lehrerfortbildungsprogramm in Baden-Württemberg geeignet.

Dipl.-Päd. Kerstin Lüchtenborg

Abteilungsleiterin Berufsbildung

Allee 76
74072 Heilbronn
Tel. 07131 791-150
Fax 07131 791-2550
Kerstin.Luechtenborg--at--hwk-heilbronn.de

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74072 Heilbronn
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Andrea.Schwersenz--at--hwk-heilbronn.de